Bad Mühllacken - Geschichte

Kneipp Traditionshaus Bad Mühllacken

Bad Mühllacken - mehr als Wellness

  • Quellwasser - täglich frisch auf dem Tisch
  • Kräutergarten der TEM
  • Kochstudio
  • Kurpark - mit altem Baumbestand
  • Café Einkehr

mehr über unser Haus

Bad Mühllacken - eines der ältesten Heilbäder Oberösterreichs

Die Brunoquelle im Pesenbachtal

Unweit von Mühllacken im Pesenbachtal entspringt die Bruno – Quelle, deren Wasser in einem Becken gesammelt und zum Kurhaus geleitet wurde. Der Name der Quelle geht zurück auf Bruno, den Knappen des Grafen Siegmund von Schaunberg, der ohne seinen Herrn, todkrank und ermattet von den Strapazen, vom Kreuzzug zurückkehrte und vom Quellwasser im Pesenbachtal geheilt wurde. Seit 1364 wird die Heilwirkung des eisen- und manganhältigen Wassers geschätzt.

1756 erschien das Werk "Fontigraphia", in dem die mineralische Wesenheit des Wassers, seine Heilwirkungen, Anwendungsformen und das Verhalten während des Kurgebrauches beschrieben sind. Das Kurhaus wurde damals von Privatpersonen geführt.

Adeliges Landgut und Wildbad

Ursprung der Heilquelle zu Mühllacken (OA II 173/4). © OÖ. Landesmuseen

Am Beginn des 16. Jahrhunderts war die heilende Wirkung des Quellwassers bereits anerkannt. Das Bestreben, den Badeberieb mit einem adeligen Landgut zu verbinden, geht auf die Schmidtauer von Oberwallsee zurück. Jobst Schmidtauer der Jüngere tauschte Untertanen mit Hans Albrecht Artstetter von Rottenegg, um seinen Besitz abzurunden. In einer Urkunde vom 2.1.1607 finden wir den Verweis, dass die Quelle auf einem zur Herrschaft Landshaag gehörigen Holzgrund und Felsen entspringt, der dem Erbrecht nach „von hier aus besitzt wird“ und dass es auch eine Genehmigung für den Badebetrieb gab „....sub obigem Datum das Heilwasser erlaubt worden.“ Auf der Karte Oberösterreichs von Georg Matthäus Vischer 1674 findet der Badebetrieb in Mühllacken bereits ein entsprechendes Symbol.

Mühllacken unter Johann Georg Peisser von Wertenau

Ansicht des Ortes Bad Mühllacken (OA I 173/7). © OÖ. Landesmuseen

Bei Schloss Mühlheim, das Johann Georg Peisser von Wertenau 1686 übernahm, zeigte er sich als engagierter und großzügiger Bauherr der Barockzeit. Eine ähnliche Bereitschaft zu Ausbau und Umgestaltung stellte er auch beim Landgut Mühllacken unter Beweis, das er am 12.6.1712 erwarb. Anlässlich dieser Besitzübertragung wurden die Baulichkeiten des Landgutes Mühllacken und des dazugehörigen Freisitzes Pesenbach beschrieben. Zum Schloss und Bad Mühllacken gehörten zwei „Stöcke“, von denen der Kirchenstock, der über drei schöne Wohnzimmer, zwei Kammern, eine lichte Kuchl, eine Speis, einen Keller, eine große Kapelle mit Sakristei verfügte, den Besitzern als Wohnung diente. Der „große Stock“ zur linken Seite war dem Bade- und Kurbetrieb vorbehalten. Diesem dienten „dreizehn saubere, große und kleine Wohnzimmer, drei Kammern, neun Kuchln, fünf abgeteilte Keller und absonderlich das große Bad-(zimmer), in welchem man vor Ordinari zu baden pflegt.“ Zum Inventar gehörten noch Truhen, Sessel, Bänke und Badewannen.

Das „heil. Bründl“, von welchem das Wasser ins Bad geleitet wurde, lag eine halbe Stunde entfernt. Auf gesunde Ernährung wurde bereits großer Wert gelegt, beim Kirchenstock lagen ein Obst- und Kräutergarten, gegenüber dem Bad befand sich ein weiterer großer Obstgarten. Vorratsräume und Stallungen gab es im Schlössl und Mayrhof in Pesenbach, wie „vier unterschiedlich Obst- und Krautgewölb, zwei Kucheln, zwei Gütterkeller, Stallungen für Pferde und Wagenhütten.“ Die Badeeinnahmen betrugen 400 Gulden.

Mühllacken und Pesenbach gehörten zum Liegenschaftskomplex der Güter Mühldorf und gelangten am 3.3.1747 an das Stift Wilhering, wo sie bis 1857 verblieben. Das Freisitzstöckl Pesenbach wurde 1756 an den Grafen Otto Gundacker von Starhemberg verkauft. Nach rasch wechselnden Besitzern gelangte Mühllacken 1936 an die Kongregation der Marienschwestern von Karmel in Linz.

Ansicht des Ortes Bad Mühllacken (OA I 173/5). © OÖ. Landesmuseen

"Fontingraphia oder Brunnen-Beschreibung des uralten Wild- und Heyl-Bades zu Mühllacken beu ObernWalsee“ 1756

Das war der Titel eines 1756 erschienenen Werkes über den Kurbetrieb, verfasst von dem Linzer Arzt und Philosophen Ferdinand Josef Stocker. Eine Kur dauerte zu dieser Zeit 30 Tage und war in drei Abschnitte gegliedert. Die Dauer der täglichen Bäder zu Beginn steigerte sich allmählich auf viereinhalb Stunden pro Tag. Vom 11. bis zum 20. Tag wurden die täglichen Bäder auf fünfeinhalb Stunden ausgedehnt und schließlich beim „Abbad“ allmählich verkürzt. Die Wassertemperatur musste konstant gehalten werden, was ständiges Nachgießen gewärmten Wassers notwendig machte. Auf die ganzheitliche Betreuung des Kurgastes wurde Wert gelegt. Richtige Ernährung – und dazu boten die zum Kurhaus gehörenden Gärten die ideale Voraussetzung – wurde kombiniert mit Bewegung und Kommunikation.

Gesundheit und Wohlbefinden im Kneipp Traditionshaus

Am 11.10.1936 übernahm der Orden der Marienschwestern den Kurbetrieb und führte ihn nach der Lehre von Pfarrer Kneipp. Die Häuser wurden renoviert, sodass ein Jahr später bereits Kurgäste aus Linz betreut werden konnten. Die Schwestern eröffneten einen Kindergarten und erteilten Handarbeitsunterricht. Diesem vielversprechenden Beginn setzte der Einmarsch der deutschen Truppen und der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 ein Ende. Das Kurhaus wurde beschlagnahmt und mit Schwerkranken belegt, die von den Schwestern betreut wurden.

Nach Kriegsende bauten die Schwestern die Krankenanstalt zu einem Altersheim um, am 6.3.1948 wurde der Kurbetrieb mit Wasseranwendungen nach Pfarrer Kneipp wieder aufgenommen. Wasserheilkunde, Diät, Bewegung, Phytotherapie oder Kräuterheilkunde und Erkennen des eigenen biologischen Rhythmus sind die fünf Säulen, auf denen die ganzheitliche Therapie beruht. Ergänzt wird dieses Wellness – Programm durch ein reichhaltiges Sportangebot und Wandermöglichkeiten im Naturschutzgebiet des Pesenbachtals.