Experte am Wort - PD Dr. habil. Karl-Heinz Steinmetz

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Dienstag, 25. Juni 2019

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„Die TEM eignet sich besonders bei Zivilisationsleiden und chronischen Beschwerden“...

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Was ist die Summe aus 7 und 4?

Dr. Karl-Heinz Steinmetz

ist Healthcare-Manager und Medizinhistoriker, hat Geschichte, Theologie und Philosophie studiert, in München & Oxford promoviert, in Wien habilitiert und sich in Klostermedizin & Traditionelle Europäischer Medizin sowie Spiritualitätsforschung spezialisiert.

 

http://www.institem.at

 

Ein beim Bummeln entdeckter Buchladen in Wien war voller Bücher asiatischen Heilwissens – Tai Chi, TCM, Ayurveda, Qi Gong. Bücher zur europäischen Tradition gab es nicht. Beim Besuch einer Klosterbibliothek kurz darauf die Kontrasterfahrung in alten Handschriften: europäische Reflexpunkt-Männchen, Text zur Pulsdiagnose, Rezepte für Pillen und Salben, Leitfaden zum Saunieren und Massieren. Rasch stand die Strategie fest: Sicherung und Neuinterpretation des traditionellen Heilwissens Europas, im Rahmen des Instituts für Traditionelle Europäische Medizin (InstiTEM).

Seither grabe ich mit Dr. Maurizio Cavagnini, meinem Kompagnon, Handschriften und frühe Drucke in Klosterbibliotheken im In- und Ausland aus, übersetze die Texte und entwickle zusammen mit Medizinern, Diätologen, Therapeuten etc. therapeutische Programme, die heute funktionieren. Wer sich selbst einen Überblick über die TEM verschaffen will, dem empfehle ich das Buch „Traditionelle Europäische Medizin – Altes Heilwissen zeitgemäß anwenden“, das ich mit Regina Webersberger, und in Kooperation mit den Kurhäusern Bad Kreuzen und Bad Mühllacken verfasst habe.

Natürlich haben uns auch andere vormoderne Heiltraditionen der Welt etwas zu sagen – TCM, Ayurveda, Tibetische Medizin etc. –, aber die traditionelle europäische Medizin ist uns gleichsam auf den Leib geschneidert. Mit der TEM ist eine spannende Ressource der Integrativmedizin gefunden, die uns noch über Jahrzehnte beschäftigen und inspirieren wird. Alles, was wir finden, sollte auf den Prüfstand heutiger Forschung gestellt werden, denn wir brauchen valide, sichere und tragfähige Therapien, die nachweislich guttun – das sind wir den Kurgästen und Patienten sowie uns selber schuldig. Manches muss auch an unsere heutige Lebensweise angepasst werden; so sind etwa mittelalterliche Heilpflanzen-Rezepturen meist von den Dosierungen her zu überarbeiten. Diese Kombination von altem und neuem Wissen ist spannend und zielführend.

 

Dialog und Austausch von Experten aus Praxis und Theorie

Das 1. Zentrum für TEM in Bad Kreuzen ist in meinen Augen ein wagemutiger Vorreiter und hat sich besondere Verdienst erworben, die TEM heute neu zu etablieren. Der dort eingerichtete Qualitätszirkel aus Experten verschiedener Disziplinen ist einzigartig. Die Stärke von Bad Kreuzen liegt vor allem darin, dass hier theoretisches Wissen auf Praxiserfahrungen trifft, was den Dialog und Austausch so lohnend macht!

Eine Stärke der TEM ist auch, dass sie schon mit Gesunden etwas anfange kann, im Rahmen von präventiven Maßnahmen, die man in den Kurhäusern genießen und erlernen, dann aber auch zuhause in den eigenen Alltag einbauen kann: typengerechte Ernährung, Wasseranwendungen, Meditation, Leibübungen, Heilpflanzen, Stresskompetenz-Stärkung und vieles mehr.

Als Leiter und Gründer des Instituts für Traditionelle Europäische Medizin freue ich mich, in Kooperation und Freundschaft mit den Kurhäusern Bad Kreuzen und Bad Mühllacken weiterhin als Pioniere der TEM unterwegs zu sein.


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