Holunder

Verfasser

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin

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Freitag, 02. Juni 2017

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Kräuterkolumne

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Ich liebe den Duft des Holunders und seine wunderbaren Blüten, die uns jetzt entgegenstrahlen. Holunder liebt die Nähe des Menschen, daher finden wir ihn meist bei Häusern, am Waldrand und bei Lichtungen. Besonders oft wächst er am Straßenrand, wo viele Autos unterwegs sind. Es heißt, unter dem Holunderstrauch sollten wir den Hut ziehen, da er so heilkräftig und vielseitig zu verwenden ist.

Jetzt kann man aus der Holunderblüte, der Hollerstraube, ein gutes Erfrischungsgetränk herstellen. Einfach in einen gefüllten Wasserkrug drei Hollerstrauben hineingeben, eventuell ein wenig Melissen- oder Brennnesselblätter und Zitronensaft dazu. Es schmeckt herrlich, und obwohl kein Zucker dabei ist, mögen dieses Getränk auch Kindern. Bekannter ist ja der Holundersirup, den in Bad Kreuzen Sr. Barbara zubereitet. Ich setzte auch Holunderessig an, der an unserer Salatbar gerne für Sommersalate verwendet wird. Besonders mag ich den Holunder aber als Tee. Zur Blütezeit trinke ich ihn oft in einer Mischung mit Brennnessel. Holunder hat einen sehr lieblichen, blumigen, angenehmen Geschmack, der in Teemischungen nicht überdosiert sein soll. Ich verwende jetzt die frischen Blüten, die ich derzeit auch in größerer Zahl für den Jahresvorrat trockne. Der Fliedertee, wie der Holunderblütentee auch genannt wird, regt den Stoffwechsel an, ist entzündungshemmend und ein beruhigendes, schmerzlinderndes Mittel, zum Beispiel gegen Kopfschmerzen. Auch bei allen Erkältungskrankheiten wie Grippe, Schnupfen und Bronchitis kann ich die Holunderblüten sehr empfehlen, die auch eine schweißtreibende Wirkung in sich tragen.

Die Holunderblüten gehören zu den beliebten Sonnenkräutern. Diese tragen enorm viel Sonnenkraft in sich, was den Nerven und der Seele sehr gut tut. Auch für die Haut sind die Blüten ein Segen, besonders bei sehr trockener Haut oder bei rissigen Stellen kann ich eine Holundersalbe bzw. -creme oder ein Bad empfehlen. Das Blütenbad verleiht der Haut einen strahlenden Teint. Genauso weich und pflegend wie das Bad ist auch das Gesichtswasser, das ich mir mit dem Hydrolat aus Holunderblüten selbst zubereite, und dessen angenehmen Duft ich sehr liebe.

Viele Kindheitserinnerungen weckt das Hollerstrauben-Rezept, das es mindestens einmal im Jahr gibt.
Hollerstraube: Backteig aus 120g Mehl (ich bevorzuge Dinkelmehl), 3 Eiern, Prise Salz, Saft ½ Zitrone und so viel Milch, dass der Teig schön sämig ist. Ich verwende gerne die Libuni Reismilch, die von Haus aus süßlich ist, sodass kein Zucker benötigt wird. Die Hollerstraube eintunken, etwas abtropfen lassen und in Fett heraus backen. Im Rohr etwas nachziehen lassen. Die Hollerstraube kann natürlich mit Zimt und Zucker bestreut werden – guten Appetit.

Im Herbst, wenn die weißen Blüten zu violetten Beeren gereift sind, sind diese wertvolle Vitaminspender und somit ein gutes Heilmittel für die Abwehrkräfte des Körpers. Sie können zu Saft, Mus, Wein, Marmelade und vieles mehr verarbeitet werden.

Genießen Sie die Vielfalt des Holunders, und nutzen Sie die Heilkraft, die in ihm steckt. Er ist ein Segen.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ

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