Gedanken von Sr. Christiane – Am Ende das Licht

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Mittwoch, 24. März 2021

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Wir gehen auf Ostern zu.

Kaum zu glauben, ein Jahr lang schreiben wir Virusgeschichten mit Öffnen und Schließen – Möglich und Nicht möglich, mit Einschränkung und Freiraum. Können wir sagen, am Ende das Licht? Oder gilt jetzt mehr das Wort: „Wir haben nicht zu wenig Geld im Beutel, sondern zu wenig Zuversicht im Herzen.“ Gerade in schwierigen, herausfordernden Zeiten, wo wir im Wechsel zwischen Hoffnung und Rückschlag, hin und hergerissen sind, brauchen wir Zuversicht im Herzen – „notwendend.“

Zuversicht, wo kommt sie her, wie kann ich sie stärken, wie bleibt sie fest als Traggrund in meinem Herzen? Schönstes und kraftvollstes Bild zeigt uns die Natur in den jeweiligen Rhythmen der Zeit.

Da ist der Aufbruch im Frühling. Die Kraft der Sonne wärmt das Erdreich. Ja wahrlich reich ist die Erde: gesammelte, geballte Kraft - aus der Winterruhe geschenkt – bereit zum Keimen und Knospen. Es ist immer gut, wenn der Boden stimmt.

Alles Leben lechzt nach Sonne und Licht. Diese Kraft liegt in der Natur des SEINS. 

Auch in uns meldet sich dieses Lechzen, eine Ursehnsucht! Erste Frühlingszeichen treiben uns hinaus und die Freude ist kindlich groß, wenn wir zartes Aufblühen auf unseren Wegen entdecken. Nicht umsonst gibt es den schönen Brauch, bunte Ostereier in tiefen Ackerfurchen zu verstecken, noch dazu tut das der Osterhase! Welch starker Glaube und Ausdruck für Leben und Fruchtbarkeit!

Wir stehen da vor einem großen Geheimnis: Es ist nicht alles sofort zu haben! Alles hat seine Zeit, alles ist im Kommen und Gehen – im Auferstehen, immer neu im Anbeginn, im Wachsen und Werden, im Reifen über den Sommer hinaus, in den Spätherbst hinein. Da drängt sich das Wort in den Sinn: „Frucht bringen in Geduld!“ Die Natur ist uns dazu Vorbild! Die Knospe ist noch nicht die Frucht, aber in der Knospe liegt bereits die Frucht - das Ganze, das Ausgereifte, die Fülle. Die gesamte Schöpfung ist mit Weisheit bedacht, sagt uns das Schriftwort.

Im Keim ist bereits Hoffnung auf Ernte in Sicht. „Etwas ist in Sicht!“  Davon kommt das schöne Wort, Zuversicht. Tragen wir sie im Herzen und bedenken wir das Geheimnis, das allem Leben grundgelegt ist. „Werft eure Zuversicht nicht weg, sie birgt großen Lohn – in sich!“ In der Knospe die Frucht! Im Korn das Brot! Darum die innige Bitte im vertrauten Wort: „Brot und Salz, Gott erhalt‘s!“ Nicht einmal lassen müssen wir den Keim des Anfangs, die schöne Blüte, sie wandelt und entfaltet sich „wie von selbst“ hinein in den Geschmack des Lebens. „Ihr seid das Salz der Erde“, heißt das nicht, sorgt für den Geschmack, macht was draus!  Wie lieben wir den Morgenduft aus Bäckers Stube! Oder wie gerne greifen wir nach der ausgereiften Frucht am Baum, köstlich für unseren Gaumen.

Und doch wissen wir, Reifen ist nicht immer angenehm.  Jeder Baum wird vom Wind durchgeschüttelt, den Wetterstürmen zum Trotz, oder auf Grund von Stürmen bringt er Frucht. Ebenso das andere sinnhafte Wort: „Jeder Brotloab muaß in Ofen!“  verdeutlichen uns dieses Gedulden – Überdauern auf Grund der Hoffnung, dass sich Zeiten wenden; doch: Am Ende das Licht!

Alles hier Gesagte gilt auch uns Menschen.

Wir sagen von einer werdenden Mutter: sie ist in der Hoffnung! Leider ist dieser Ausdruck nicht mehr so vertraut, aber es liegt alles drin: Im zarten Anfang menschlichen Lebens - das ganze Heil, die höchste Würde, Abbild und Nachbild Gottes: Werde was du bist! Alles ist grundgelegt für das menschliche Werden, Wachsen und Reifen: das Ur - Vertrauen ins Leben; die Ur – Sehnsucht nach Licht und Liebe, der Ur – Grund unerschütterlichen Glaubens, gepaart mit der Hoffnung, denn sie lässt uns nicht zugrunde gehen, auch dann nicht, wenn uns  Boden und Grund unter den Füßen zerrinnen! Ohne Karwoche kein Ostern! Glaube ist: in den Dornen das Rosenblühen sehen und im Dunkel sich erinnern an das, was wir im Licht gesehen haben. „Und der Glaube trägt das Licht“, sagt uns ein schönes Lied.

Tragen und bewahren wir diese Zuversicht im Herzen, bis über den Tod hinaus - Am Ende das Licht.

Schwester Christiane


Kommentare

Kommentar von Fuchs Heidi |

Danke Schwester Christiane für diese wunderbaren Worte. wir werden sie im Herzen bewaren und hoffen, dass wir bald wieder nach Bad Kreuzen kommen dürfen...

Kommentar von Edith Knoll |

Liebe Schwester Christiane,
herzlichen Dank für die wunderschönen Worte und Gedanken. Sie werden mich nicht nur in die Osterzeit, sondern noch lange darüber hinaus begleiten und stärken. Ich wünsche Ihnen und allen Schwestern ein gesegnetes Osterfest.

Kommentar von Renate Anzinger |

Vielen Dank für die Reflexionen voll Zuversicht. Auch Ihnen ein gesegnetes, lichtvolles Fest und die Freude der Auferstehung!

Kommentar von Brigitta Goldfuß |

Liebe Sr.Christiane - schöne Worte ! Ich bin auch zuversichtlich , hab viel reduziert und versucht auf das Wesentliche zu schauen - alles wird wieder - wenn auch vielleicht etwas anders

Kommentar von Doris Schleifer-Höderl |

Liebe Schwester Christiane,
ich möchte mich von Herzen auch im Namen meiner Mutter für die ermutigenden Worte bedanken, in denen so viel Wahrheit steckt und wünsche Ihnen und Ihren Mitschwestern gesegnete Ostern!

Kommentar von Anneliese Perstl |

Das eben gelesene hat sich wie ein heilendes Pflaster auf meine Seele gelegt. Danke, ich bin voller Zuversicht, dass wir einander im Mai 2021!!! wiedersehen.

Kommentar von Renate Ratzenböck |

Wenn es dunkel ist, braucht man Licht und ermutigende Worte. Danke dafür

Kommentar von Heide Hinker |

Danke, liebe Sr. Christiane! Ich hab beim Lesen ganz stark die Stimme gehört - das tat so gut!
Zuversicht, Vertrauen, Auferstehung - warum lassen wir uns so durchbeuteln? Ich hoffe, die Entzugserscheinungen des letzten Jahres heuer mit einem Besuch in Bad Kreuzen beenden zu können...Alles, alles Liebe!

Kommentar von Margit Kopf |

Lieben Dank für die aufmunternden Gedanken. Allen Schwestern gesegnete Ostern. Viel Freude und Schaffenskraft, wenn es mit eurem Wohlfühlprogramm wieder los geht.

Kommentar von Angelika Klug |

Danke ,liebe Schwester Christiane, Ihre Gedanken haben mich tief berührt! Ich wünsche Ihnen sowie allen Ihren MitarbeiterInnen ein gesegnetes Osterfest und freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen!

Kommentar von Peherstorfer Marianne |

Liebe Schwester Christiane !
Vielen herzlichen Dank für Ihren wunderbaren Text, der voll Hoffnung Zuversicht steckt! Es wird wieder recht werden, aber wahrscheinlich anders.
Wünsche Ihnen und dem gesamten Team gesegnete Ostern und freue mich auf ein Wiedersehen!!!

Kommentar von Anna Thaller |

Liebe Schwester CHristiane !
Welch berührende und wahre Worte.Es muss nicht alles gleich sofort sein. Alles zu seiner Zeit. Wir sollten die Schöpfung respektieren. Viele liebe Grüße und ein gesegnetes Osterfest. Wenn es sein will, sehen wir einander am 2. Mai wieder. Anna Thaller

Kommentar von Renate Gassner |

Sehr gut

Kommentar von Robert Leitner |

Liebe Schwester Christiane,
danke für deinen Osterbrief, der soviel Lebensweisheit enthält. Wir werden uns in Geduld und Zuversicht üben und uns jeden Tag an der schönen Natur erfreuen.
Ein gesegnetes Osterfest wünschen herzlich Ilse und Robert Leitner

Kommentar von Irene Pribitzer |

Liebe Sr. Christiane! Vielen innigen Dank für diese wunderbaren Gedanken!!! Sie bringen Licht in meine Seele! Für Sie und Ihr gesamtes liebes Team meine herzlichsten Osterwünsche mit viel Frieden, Kraft für Ihre große Aufgabe und Freude im Herzen und der Hoffnung auf ein Wiedersehen irgendwann in diesem Jahr! Ich durfte bei einem Aufenthalt in Bad Kreuzen, von Ihnen schon so viel Zuwendung und Worte, die mich immer wieder DURCHTRAGEN, erfahren! Danke für Ihr DASEIN für uns, bleiben Sie behütet, in Dankbarkeit, mit ganz lieben Grüßen aus Wien (auch ganz liebe Grüße an Ihre Mitschwestern und Ihre leibliche Schwester Emanuela.

Kommentar von Gerlinde Cichaszek |

"Jeder Baum wird vom Wind durchgeschüttelt..." - wollen wir durch Ihre Vertrauen schaffenden Worte die Kraft finden, uns mit dem Bild des Baumes im Leben sicher und geborgen zu fühlen - egal, wie daran gerüttelt und geschüttelt wird. Das mag für mich und uns alle das Elixier für Ostern und darüber hinaus sein.
Danke Schwester Christiane!

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