Fenchel - ein Glücksbringer

Verfasser

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin

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Montag, 17. Oktober 2016

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Kräuterkolumne

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Ich liebe die frischen Fenchelkörner in meinem Garten, jetzt, wenn sie noch so halb grün sind. Fenchel gehört zu den wärmenden Kräutern, er schmeckt scharf und süßlich und zählt zu den ältesten Gewürzen der Welt. Diese damals wie heute sehr beliebte Heilpflanze gilt übrigens als Glücksbringer.

Hildegard von Bingen schreibt, dass er uns Menschen fröhlich macht und die Verdauung fördert. Wer Fenchelsamen täglich nüchtern isst, vermindert den üblen Schleim, die Fäulnis in ihm, er unterdrückt den üblen Geruch seines Atems und bringt die Augen zum klaren Sehen.
Der Fenchel ist ein Wunder der Vielfalt, sowohl die Knolle als auch die Früchte und die Wurzel finden Verwendung. Seit dem Mittelalter ist seine Wirkung bei Verdauungsbeschwerden bekannt. Er wirkt lindert bei Blähungen und Völlegefühl und ist ein bewährtes Hausmittel bei Husten und Erkältungen. Fenchel wird häufig mit ähnlich wirkenden Kräutern kombiniert – meist mit Anis und Kümmel.

Eine Tasse Fencheltee vor dem Frühstück macht den Körper basisch und gleicht den Säure-Basen-Haushalt aus. Dieser Tee ist auch gut für Babys und hat sich für junge Mütter bewährt, da er die Milchbildung anregt. Bei Blähungen kann ich für die Kleinen Fenchel-Massageöl sehr empfehlen, das im Uhrzeigersinn auf dem Bauch oder auf die Fußsohlen einmassiert gehört. Dafür Fenchel in Öl ansetzen und mindestens 21 Tage in einen warmen Raum stellen.

Egal ob als Tee oder als Speise am Tisch serviert, der Fenchel verdient unsere Aufmerksamkeit. Fenchel schmeckt in Zuckerl, Brot, Suppe, Zahncreme und als Gewürz in vielen Speisen. Als Heilpflanze wird er als Tee, Auflage, Ölauszug, Salbe, Hydrolat, Gesichtswasser und vieles mehr genutzt. Außerdem hilft Fenchel, den Hunger zu stillen bzw. bei Gewichtsreduktion.

Heuer breitete sich der Fenchel in meinem Garten enorm aus. Sein aufrechter kahler aber fein gerillter Stängel wurde zwei Meter hoch. Die Blätter sind mehrfach fiederschnittig, die oberen fädig. In hüllenlosen Dolden ordnen sich gelbe Blüten in vier bis 25 unterschiedlich langen Strahlen an. Es gibt zwei Arten dieses Doldenblütlers, die angebaut werden: Bitter- und Süßfenchel blühen von Juli bis Oktober. Vor allem für Brot sind diese ein gutes und wertvolles Gewürz. Die jungen Blätter und die zarten Blattstängel können der Verfeinerung von Fischgerichten und Salaten dienen. Bei eingelegtem Gemüse können noch nicht ausgereifte Fencheldolden den Geschmack bereichern. Für den Speiseplan verwendete Knollen stammen vom eigens dafür gezüchteten Gemüsefenchel. Der wichtigste Inhaltsstoff des Fenchels ist das ätherische Öl, welches leichter zur Entfaltung kommt, wenn man die Früchte vorher mörsert.

Der Fenchel ist also so etwas wie eine kleine Hausapotheke und sollte immer griffbreit sein, wenn man ihn braucht. Nützen Sie diese Heilpflanze besonders wenn es draußen feucht und kalt ist. Fenchel wärmt und trocknet Sie von innen und begleitet Sie fröhlich durch die kühlere Jahreszeit.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen


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