Die Linde

Verfasser

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin

Beitrag vom

Donnerstag, 29. Juni 2017

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Die Linde liebt wohl das warme und trockene Wetter, denn so schöne Lindenblüten wie heuer habe ich schon lange nicht mehr geerntet. Wir unterscheiden die Sommerlinde und die Winterlinde, wobei beide sehr heilkräftige und wichtige Heilpflanzen sind. Die Sommerlinde ist ca. 5 – 10 Tage voraus und hat hellere, größere Blätter. Ihre Blüten sind büschelweise angeordnet, die der Winterlinde sind eher einzeln zu ernten. Es sind allerdings nur die ersten drei Tage der Blüte, in denen die Lindenblüten geerntet werden sollen.

Warme, milde Sommerluft, süßer Blütenduft, das Summen vieler Bienen… Schon alleine der Name dieses Baumes weckt in uns Bilder, Träume, Düfte und Töne. Alles ist an der Linde mild und weich - eben lind. Beim genaueren Hinsehen entdeckt man, wie viel Weisheit in diesem heiligen Baum steckt. Die Linde hat eine herzförmige Krone, und auch jedes einzelne Blatt sieht aus wie ein Herz. Darum ist sie auch der Baum der Liebe. Die Linde war der heilige Schutzbaum der Germanen und der Göttin des häuslichen Glücks und der Liebe geweiht. Mit ein Grund, weshalb sie in der Nähe der Häuser und fast in jedem Ort zu finden war. Auf den Dorfplätzen breitete sie sich gewaltig aus. Unter ihr wurden Gerichtsverhandlungen abgehalten, denn man glaubte, dass dann die reine Wahrheit ans Licht kommen würde. „Unter der Linde“ war aber auch der Ort, wo sich die Menschen trafen, um sich auszutauschen, oder um Feste zu feiern, ein Baum für das Miteinander. Kaum ein anderer Baum findet sich so oft in Liedern, Gedichten und Geschichten wieder. Die Liebe der Menschen zur Linde beruht auf Gegenseitigkeit. Auch die Linde liebt es, in der Nähe des Menschen zu sein. Sie fühlt sich aber auch Baum an Baum gedrängt im Wald wohl, oder bildet wunderschöne Alleen.

Lindenblüten wirken reizmildernd, schweißtreibend, hustenstillend, krampflösend und beruhigend. Sie sind bei Husten, Schnupfen, Fieber, Hals- und Ohrenschmerzen sehr zu empfehlen. Der beruhigende Lindenblütentee fördert den Schlaf. Ich mische ihn gerne in den „Guten Abend - Tee“, denn er beruhigt und stärkt die Nerven. Wer in der kalten Jahreszeit frierend und mit nassen Füßen nach Hause kommt, kann mit der vorbeugenden Einnahme von Lindenblütentee und einem heißen Fußbad eine Verkühlung verhindern.

Ich empfehle Ihnen, sich jetzt unter eine blühende Linde zu setzten. Der Duft der Linde wirkt beruhigt die Nerven und ist gut bei Depressionen. Es ist herrlich, die Liebeskraft der Linde in sich aufzunehmen und zu spüren.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ

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