Spitzwegerich

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Montag, 19. Mai 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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„Spitz ist die Pflanze wie ein Stein, das kann Spitzwegerich nur sein“ beschreibt der Volksmund den Spitzwegerich, die Heilpflanze des Jahres 2014.

Der Name leitet sich ab von „wega“ (Weg) und „rich“ (indogermanisch für König). Mit gutem Grund, da er als sehr genügsame und ausdauernde Pflanze an Wegrändern und Wiesen gedeiht. Der Spitzwegerich ist ein wichtiger Begleiter in der Natur, weil er als Wundkraut bei frischen Verletzungen verwendet wird. So ist er ein optimaler Erstversorger. Ihn etwas zu zerreiben oder auch zerkauen und auf die wunde Körperstelle auftragen, hilft sofort bei Insektenstichen, Schürfungen sowie Schnittwunden. Bei größeren Verletzungen rate ich, die Blätter zu zerquetschen oder gleich einen frisch gepressten Saft der Blätter zuzubereiten, und damit die Wunde einzureiben, bzw. den Saft einziehen zu lassen. Bei Abszessen und Akne kann auch eine Kompresse zubereitet werden, indem man eine Handvoll Spitzwegerich mit 1 Tasse Wasser kurz aufkocht, 10 min ziehen lässt und auf die betroffene Stelle auflegt. Die frischen Blätter eignen sich auch zum Auflegen gegen Impfschäden, zur Behandlung von Hornhautgeschwüren, Augenentzündungen und bei Geschwüren. Natürlich kennen wir Spitzwegerich auch als Hustensaft, der in den Apotheken sehr gerne angeboten wird. Seine vielen wertvollen Inhaltsstoffe wie Schleim, Bitterstoffe, Flavonide, Kieselsäure und Aucubin, machen den Spitzwegerich in erster Linie zu einer Heilpflanze gegen alle Erkrankungen der Atemorgane, besonders bei starken Verschleimungen, bei Husten, Keuchhusten und für Lungenkranke. Eine Teemischung zur Unterstützung der Lunge aus Spitzwegerich, Brennnesselblättern, Lungenkraut, Huflattichblättern und -blüten sowie Schafgarbe, kann ich sehr empfehlen. Bemerkenswert ist, dass der Spitzwegerich auf zinkhaltigem Boden, Zink zu speichern beginnt, worauf seine auswurffördernde, hustenreizstillende Wirkung zurück zu führen ist.

Der Spitzwegerich ist aber auch ein köstliches Nahrungsmittel. Seine jungen Blätter schmecken in Salaten, Aufstrichen, Suppen sowie Soßen und können wie Spinat gedünstet oder gekocht werden. Auch die Knospen haben ein leicht nussiges Aroma und einen Champignon-Geschmack.

Pfarrer Kneipp empfahl den Spitzwegerich zur Blutreinigung und besonders bei chronischer Hauterkrankung den frisch ausgepressten Saft der Pflanze. Eine Abkochung der getrockneten Blätter wirkt deutlich blutgerinnungsfördernd. Im Mai soll der Spitzwegerich die beste Heilkraft besitzen, um eine Blutreinigung im Körper zu machen: Essen Sie am ersten Tag 1 Blatt und steigern Sie die Menge täglich bis zu 15 Blätter, dann wieder um je ein Blatt verringern. So ist das Blut vollständig gereinigt. – roh essen!

Spitzwegerichsalbe eignet sich hervorragend bei Insektenstichen und Juckausschlägen: 200g gutes Öl, 1 gehäufte Handvoll Spitzwegerich, 1 kleine Handvoll Malvenblüten und 1 kleine Handvoll Eibischblüten ansetzen und im Wasserbad (nicht über 60°C) erwärmen. Langsam ausziehen (ca. 20 min.), abseihen und ca. 20-30 g Bienenwachs dazugeben und verschmelzen lassen, am Schluss ev. Spitzwegerichtinktur unterrühren. In saubere Gläser abfüllen und kühl lagern. Falls Sie mehr über die Herstellung von Salben erfahren möchten, empfehle ich Ihnen unser Kräuterwochenende vom 30. Mai bis 1. Juni in Bad Kreuzen.

Ich lade Sie herzlich ein, die Geschenke der Natur zu nutzen, die an unseren Wegesrändern stehen. Diese können für ihre Gesundheit großes Bewirken.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


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