Schlehdorn - Seit Jahrhunderten Volksmedizin

Verfasser

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin

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Freitag, 20. Oktober 2017

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Kräuterkolumne

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Der wunderbare „Goldene Herbst“ bietet uns viele kostbare Kräuter, Wurzeln und Beeren an. Es ist ein Segen, diese Schätze jetzt zur Verfügung zu haben. Hochsaison haben Heckenfrüchte wie der Schlehdorn, auch Schlehe, Schlingenstrauch, Bockbeerli, Haferpflaume, Heckendorn oder Schwarzdorn genannt. Jetzt schmecken die Früchte noch herb und zusammenziehend, aber nach dem ersten Frost verliert sich dieser Geschmack. Die Schlehen sind seit Jahrhunderten Bestandteil der Volksmedizin. Dabei werden sowohl die Blüten als auch die Blätter und Früchte verwendet.

Im Frühjahr werden die Blüten zu Tee sowie für Bäder und Öle verarbeitet. Sie schenken uns eine sehr reinigende Kraft, die auch als sanftes Abführmittel eingesetzt werden kann. Weiters stärken die Blüten den Magen und sind bei Harnwegserkrankungen eine tolle Unterstützung.

Im Spätherbst sind die pflaumenartigen Beeren bis zu einem Zentimeter groß. Sie stärken unser Immunsystem enorm, sind krampf- und schleimlösend, entzündungshemmend und wirken stärkend wie beruhigend auf den Magen und die Darmtätigkeit. Die Schlehe verbessert die Verdauung, wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus, verzeichnet eine entwässernde und durchspülende Wirkung und geht gezielt gegen Nervenschmerzen vor. Aus den Früchten können Mus, Marmelade, Liköre, Weine, Fruchtsäfte und Schnäpse zubereitet werden, die enorm viel Vitamin C aufweisen. Wer unter Appetitlosigkeit oder Verstopfung leidet, sollte es einmal mit Marmelade oder Mus aus Schlehen versuchen, das ich sehr empfehlen kann. Ein Sirup aus Schlehenbeeren therapiert Rheuma und Grippe. Getrocknete Schlehen beruhigen und stärken einen aufgeregten Magen-Darmtrakt, zum Beispiel nach Erbrechen oder bei Durchfall.

Schlehdorn wächst als sommergrünes und sperriges Heckengewächs oder als mehrstämmiger, kleiner Baum, der bis zu drei Meter, selten bis zu sechs Meter hoch wachsen kann. Das Gehölz ist extrem widerstandsfähig und wird daher gern als Schnee- oder Windschutz eingesetzt. Die Schlehe liebt steinige, kalkhaltige Böden mit Sonneneinwirkung und ist vorzugsweise in Gesellschaft von Wachholder, Haselnuss, Wildrosen und Weißdornarten zu finden. Genießen Sie den wunderbaren, bunt strahlenden Altweibersommer und entdecken Sie die Schätze, die uns die Natur zur Verfügung stellt.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ

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