Mutterkraut

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Freitag, 13. Juni 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Der botanische Name leitet sich vom Griechischen „parthenos“, die Jungfrau, ab. Jungfernkraut wird es in so manchen Gegenden genannt, aber auch Mutterkamille, Frauenminze oder Fieberkraut, womit es uns als entzündungshemmend und fiebersenkend empfohlen wird.
Das Heilkraut sieht der Kamille ähnlich und gehört wie diese zur Familie der Korbblütler. Es wird eine 30 - 80 cm hohe Staude, die stark aromatisch riecht und bitter schmeckt. Die gelbgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet und in ovale Blättchen geteilt. Das Mutterkraut ist eine sehr genügsame Pflanze und bevorzugt einen sonnigen, nährstoffreichen Standort.

Bereits in der Antike hatte das Mutterkraut, das der Göttin Athene geweiht war, ein hohes Ansehen in der Frauenheilkunde. Es wurde zur Geburtserleichterung und bei Gebärmutterkrämpfen sowie für alle Frauenleiden eingesetzt. Seither galten die unterschiedlichsten Zubereitungen der Pflanze als Medizin der Frauen. Auch Hildegard von Bingen kannte das Kraut und empfahl es bei Bauchschmerzen. In ihren Büchern schreibt sie: Wer in den Eingeweiden Bauchschmerzen hat, koche Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl und gebe feinstes Mehl dazu, so bereite eine Suppe.
Nicht nur zur Verstärkung des Geschmacks ist Fett wichtig, durch Betrachtung oder Erfahrung wusste die Heilkundige, dass die Pflanze mit Fett oder Alkohol extrahiert werden muss, um die Wirkung der Inhaltsstoffe zu erhalten. Auch der Körper kann dadurch dieses Heilmittel besser aufnehmen. In der Hildegard Medizin gibt es aus diesem Grund viele Rezepte, wo Heilmittel als Nahrungsmittel in Milch oder Wein gesotten werden.
Paracelsus verwendete die Pflanze zur Behandlung von Fieberschüben und gegen Kopfschmerzen. Das Mutterkraut ist reich an ätherischen Ölen mit ausgesprochen desinfizierender, entzündungshemmender Wirkung. Flavonoide, Gerb – und Bitterstoffe sind wichtige Inhaltsstoffe des Mutterkrauts. Beim Menschen wird etwa das Serotonin, ein körpereigener Informationsstoff, der auch eine wichtige Rolle in der Tonisierung der Blutgefäße spielt, reduziert, was bei Migräne sehr unterstützend wirken kann. Mutterkraut wirkt krampflösend, entspannend, nervenberuhigend, menstruationsfördernd, geburtsfördernd und regt ganz allgemein die Verdauung an.

Es darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden.
Verwenden Sie das Mutterkraut als Tee oder Tinktur. Zur Förderung der Verdauung essen Sie die frischen Blätter. Ganz deutlich sind dabei die Bitterstoffe der Pflanze zu spüren, die uns oftmals in der Ernährung fehlen.

Genießen Sie die wunderbare Zeit in der Natur und halten Sie Ausschau nach wertvollen Heilpflanzen in Ihrer Umgebung. Eine jede besticht durch ihre Schönheit und Einzigartigkeit. Eine jede übermittelt uns ganz viele Informationen, die wir beachten dürfen. Hören Sie auch auf Ihren Körper, was tut ihm gut, was braucht er? Viele Kräuter der Natur können Sie dabei unterstützten, auch das Mutterkraut.

 

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


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