Melde - das Juwel der Wildgemüse

Verfasser

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin

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Mittwoch, 26. Juli 2017

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Meine Gartenmelde vermehrt sich von Jahr zu Jahr und beschenkt uns mit ihrer heilsamen Kraft. Schon die alten Griechen und Römer schätzten die anspruchslose Melde, die lange bevor es den kultivierten Spinat gab in verschiedenen Variationen am Speiseplan stand.

Melde gehört zu den essbaren Gänsefußgewächsen, wie der gute Heinrich, der Erdbeerspinat und der weiße Gänsefuß. Der Name Gänsefuß passt zu den gänsefußartigen Blättern, und weil früher die jungen Gänse damit gefüttert wurden. Die Blätter der Melde, die bis zu 1,5 m hoch werden können, sind sehr formenreich, im jungen Zustand grün, später bläulich bereift. Sie sehen aus wie mit Mehl bestäubt, sodass man oft meinen könnte, dass das Kraut von Mehltau befallen worden wäre. Die Melde liebt sonnige Plätze an Acker-, Brach- und Schuttflächen, wächst aber auch gerne an Wegrändern und in Gärten.

Melde ist milder als Spinat. Ihre rohen Blätter schmecken im Frühjahr am besten, können aber das ganze Jahr über verwendet werden. Zur Blütezeit sind jedoch mehr Bitterstoffe enthalten. Die Blätter schmecken zart und angenehm und können roh und gekocht verwendet werden. Alles was aus Spinat zubereitet werden kann, schmeckt auch mit Meldeblättern sehr gut. Besonders vor der Blüte lassen sich aus den jungen Blättern und Triebspitzen der Melde gute Salate zubereiten. Jetzt, da sie anfängt zu blühen, ist es am besten, die Blätter zu schmackhaften Aufläufen, spinatartigem Gemüse, Smoothies und Suppen zu verarbeiten. Bis in den Herbst hinein kann man die frischen Blütentriebe mit ihrem nussigen Geschmack über Salate, Aufstriche oder Suppen streuen. Früher wurde aus den gemahlenen schwarzen Samen der Melde Brot gebacken, darum wird sie neben Gartenmelde oder Gartenspinat auch gerne Brotmelde oder Mehlkraut genannt. Fallen viele Samen an, so können diese durch einfaches hin und her Reiben mit den Händen entspelzt, in der Mühle gemahlen und zum Brotmehl beigemischt werden.

Kräftestärkende Inhaltsstoffe, wie viel Vitamin C, Kalzium, Mineralstoffe und Eisen, machen die Melde so wertvoll. Leider wird sie zusehends zu einer vergessenen Heilpflanze, aber auch zu einem unbekannten Wildgemüse, verdrängt vom beliebten Spinat. Dabei ist die Melde eines der wichtigsten Spinatkräuter und wertet Reis, Suppen, Kräutersoßen und Aufläufe auf. Auch Meldenkrapfen sind eine in manchen Regionen noch bekannte Kultspeise.
Ein Tee aus frischem oder getrocknetem Kraut regt den Stoffwechsel an, tut Nieren, Blase und Leber gut und kann als sanftes blutreinigendes Mittel eingesetzt werden. Melde aktiviert und fördert die Verdauung, wirkt sehr harntreibend und entzündungshemmend. Da die Pflanze auch viel Oxalsäure enthält, sollten sie Menschen mit Leber- und Nierenleiden nicht, oder nur in geringen Mengen, zu sich nehmen.

Nutzen Sie das einzigartige Wildgemüse und überzeugen Sie sich selbst, wie köstlich oft die einfachsten Kräuter vom Wegesrand sind.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ

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