Mädesüss, eine alte Heilpflanze - Die Wiesenkönigin

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Monika Kronsteiner

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Montag, 15. Juli 2013

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Mädesüss, eine alte Heilpflanze - Die Wiesenkönigin

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Vor Jahren bin ich einer ganz besonderen Pflanze begegnet, die ich bislang nicht gekannt habe, dem Mädesüß. Der unvergleichlich honigsüße und mandelartige Duft, die zarten, cremefarbenen, auffälligen Blüten, die Einzigartigkeit, die Fülle und die Stärke faszinierten mich sofort. Ich bemerkte durch den Tee, den ich mir daraus zubereitete, dass Pflanzen wirklich eine Wirkung haben. Dieses Aha-Erlebnis führte mich zu den Kräutern. Der Tee ist so heilend, dass ich nun diese Pflanze, die für mich wirklich eine Wiesenkönigin ist, wie der Volksname sagt, vorstellen möchte. Mädesüß wird auch noch Wilder Flieder, Spierstaude oder Wiesengeißbart genannt und wächst massenweise auf feuchten Wiesen, an Bachrändern und Uferregionen. Der Wurzelstock ist kräftig, der Stängel ist meist kantig und rötlich überlaufen. Große und kleine Fiederblätter wechseln einander ab, sie sind am Rand gekerbt bis gesägt und die Unterseite ist silbrig behaart. Das bis zu 1,5 Meter hoch wachsende Mädesüß gehört zu der Familie der Rosengewächse.

So gerne man auch an ein süßes Mädchen denken würde, der Name Mädesüß bezieht sich aber auf Met, eines der ältesten alkoholischen Getränke das durch Vergärung von Honig entsteht. Die Haltbarkeit und der Geschmack des Mets wurden durch Zugabe von Mädesüß verbessert. In England verwendet man Mädesüß immer noch, um Bier und Wein zu würzen und zu süßen. Der Honigduft hat die Imker dazu veranlasst, ihre Bienenstöcke mit den Blüten einzureiben, damit die Bienen einerseits eine gute Honigtracht einbringen und anderseits nach dem Schwärmen leichter im neuen Stock bleiben. Die Imker rieben sich auch selbst mit den Blüten des Mädesüß ein, um ein Stechen der Bienen zu verhindern.

Schon für Druiden war Mädesüß eine wichtiges Heilkraut und eine heilige Pflanze. Heute ist es ein in Apotheken verzeichnetes Heilkraut. Sicherlich ist nur wenigen bekannt, dass der Name Aspirin auf diese Pflanze zurückgeht, früher hieß das Mädesüß auch Spiraea ulmaria. Die Salicylsäure wurde isoliert, daraus entstand ein Mittel gegen Kopfschmerzen. Kräuterkundige wissen über Salicin in den Blütenknospen, das fiebersenkend und schmerzlindernd wirkt. Mädesüß ist eine wunderbare Naturmedizin ohne Nebenwirkung, bei grippalen Zuständen, besonders bei Infektionskrankheiten der kalten und feuchten Jahreszeit, unterstützt sie die Ausscheidungsfähigkeit des Organismus. Es wirkt blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend und schweißtreibend.

Auch zum Räuchern ist Mädesüß wunderbar geeignet. Es hat einen feinen vanilligen Duft und gibt uns die Sicherheit, Altes loslassen und einen Neubeginn starten zu können. Schon die Kelten wussten, dass diese Pflanze, besonders um die Sonnenwende, vor bösen Geistern schützt. Heute wird Mädesüß oft für Liebes und Wunschräucherungen eingesetzt, um die Liebe anzuziehen.

In der Humoralmedizin wird Mädesüß als kalt und trocken eingestuft. Die Wirkungskriterien sind trocknend, kühlend, zusammenziehend und es dämpft gelbgallige Hitze.
Äußerlich sind Fußbäder, Packungen oder Kompressen aus einem starken Teeauszug bei geschwollenen Beinen und Füßen wirkungsvoll. Die Blüten schmecken süß und sind ein gesunder Zuckerersatz in Getränken und Süßspeisen sowie für Gelees.
Geerntet werden Blätter, Blüten und Sprossspitzen zur Blütezeit von Juni bis August, bevor sich zu viele Früchte ausgebildet haben.
Auch bei dieser Pflanze heißt es wieder: nicht überdosieren, selber in den Körper hineinhorchen um herauszufinden wie viel Sie vertragen, dass Sie sich Wohlfühlen. Bei Erkältungen können Sie Mädesüß gerne mit Lindenblüten, Holunderblüten und Zitronenmelisse mischen. Lassen Sie sich von der Wiesenkönigin berauschen und verwöhnen. Sie werden merken, sie wird auch Sie faszinieren.

Kräuterpädagogin Monika Kronsteiner
Kneipp Traditionshaus Bad Kreuzen der Marienschwestern vom Karmel
1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)


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