Labkraut

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Montag, 19. Mai 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Viele Geschichten ranken sich um die Bedeutung des Namens. Weil Labkraut das sogenannte Labferment produziert und so die Milch schneller zum Gerinnen bringt, soll es zur Käseerzeugung verwendet worden sein.

Das echte Labkraut, das Wiesenlabkraut und das Klettenlabkraut gehören zur Familie der Rötegewächse. Sehr ähnlich ist auch der Waldmeister, nur hat er breitere Blätter und bildet einen dichteren Ring um den Stängel. Labkraut ist eine Pflanze, die zu den Bettstrohkräutern oder „Liebfrauenstroh“ gehört. Während und nach den Geburten wurden den Frauen verschiedene Kräuter unter das Bett gelegt. Diese sollten das Gebären erleichtern und gleichzeitig Schutz und Beruhigung für Frau und Kind sein. Zum Liebfrauenstroh zählen vor allem gut duftende, schützende und beruhigende Kräuter. Im christlichen Glauben wurde das Kraut der Jungfrau Maria zugeordnet. Maria soll ihr Wochenbettlager mit Labkrautstroh bereitet haben, daher der Name Maria Bettstroh. Weitere Namen sind Käselab, Ameisenkraut, Bienenwertel, Blutsill oder Sternkraut. Das echte Labkraut gehört zu den Färberpflanzen. Aus den Wurzeln wurde der rote Pflanzenstoff gewonnen, mit dem die Wolle und Stoffe gefärbt wurden. Das echte Labkraut bevorzugt trockene, sonnige sowie nährstoffreiche Standorte und wächst nur an besonderen Plätzen, die eine gewisse Glücksenergie ausstrahlen. Ich mag das echte Labkraut, eine feine Schönheit in unseren Wiesen, besonders in Sommerblumensträußen. Das echte Labkraut findet man nicht so häufig wie das Wiesenlabkraut und das Klettenlabkraut. Das Klettenlabkraut, das sich beim Spazierengehen an den Hosen festsetzt, kennen die meisten. Es leistet ebenso wertvolle Dienste wie das echte Labkraut, vor allem ist es hautreinigend, wundheilend, nervenberuhigend und wassertreibend.

Ein Frischpflanzensaft auf der betroffenen Stelle geben, oder ein zubereiteter Tee für die Waschung oder als Bad, ist sehr beruhigend bei Ekzemen und Hautausschlägen. Bei Kopfhautreizungen oder Kopfhautleiden wie Schuppen und Milchschorf, kann ein Aufguss von Labkraut als Haarspülung eingesetzt werden. Ich kann das Labkraut bei geschwollenen Beinen oder Lymphstau sehr empfehlen. Herrlich ist ein auch belebendes Fußbad bei schweren Füßen, denn das Labkraut hat eine entwässernde, gewebsentstauende Wirkung. Der Tee, auch wenn er geschmacklich nicht so mundet, fördert die Verdauung, das Lymphsystem und unterstützt die Niere und die Blase. Ein Tee aus Labkraut, Goldrute und Taubnessel, zu gleichen Teilen gemischt, stärkt die Niere.

Das Wiesenlabkraut liebe ich besonders jetzt im Frühling in den Salaten, Suppen, Kräutersoßen und Smoothies. Wiesen-Almdudler mit Wiesenlabkraut kommt bei Kindern besonders gut an. Dafür werden vor allem die Blütensprossen verwendet. 1 l Apfelsaft und 2 Handvoll Blüten des Wiesenlabkrauts, ca. 3 Stunden stehen lassen, abfiltern, mit ½ l Mineralwasser und dem Saft einer Zitrone verfeinern.

Das Klettenlabkraut und das Wiesenlabkraut blühen den ganzen Sommer hindurch und bekommen kleine weiße, sternförmige Gebilde. Das Klettenlabkraut ist an Hecken und Wäldern zu finden. Das echte Labkraut erkennt man an den gelben Blüten. Labkraut wird auch für Räucherungen verwendet. Es besitzt eine schützende Eigenschaft, vertreibt Nervosität, Depression und Müdigkeit.

Ich kann Ihnen nur raten: Gehen sie bewusst durch die Natur, genießen Sie ihre Schönheit und Einzigartigkeit und lassen Sie sich verzaubern von der Heilkraft, die uns Mutter Erde zur Verfügung stellt.

 

 

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


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