Kren - Fitmacher bei Erkältungen

Verfasser

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin

Beitrag vom

Dienstag, 03. Oktober 2017

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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In den „R“-Monaten von September bis April ist die perfekte Zeit, nach Wurzeln zu graben. Da gehört der Kren mit seinen geheimnisvollen Kräften schon seit Jahrhunderten dazu. Der Meerrettich, wie er im Althochdeutschen genannt wird, heißt im Volksmund auch Fleischwurzel, Scharfwurzel, Rachenputzer oder Bauernsenf. Meerrettich gilt im Volksglauben als Glücksbringer. Ein Stückchen getrocknete Wurzel im Geldbeutel getragen, soll bewirken, dass dieser das ganze Jahr über nicht leer wird. Der frische Kren sorgt dafür, dass das Feuer in uns nie ausgeht.

Kren beinhaltet antibiotische, reinigende, krampflösende und durchblutungsfördernde Substanzen. Gerade jetzt, wenn es Zeit ist, das Immunsystem zu stärken, sollte man ihn öfter verwenden. Kren hat einen hohen Vitamin C - Gehalt, immerhin doppelt so viel wie eine Zitrone. Außerdem enthält die Wurzel sehr viel Kalium und Senföle. Als Therapie bei Harnwegsentzündungen sowie unterstützend bei einer Erkältungskrankheit kann ich Kren wärmstens empfehlen. Er fördert den Kreislauf, sorgt für die Durchblutung der Schleimhäute und wirkt als Blutdruckregulator. Die Wurzel regt in frischem Zustand Magen und Darm besonders an und fördert so die Verdauung, die Dosierung sollte also unbedingt beachtet werden. Eine altbewährte Heilwirkung hat auch die Krenkette bei Fieber, Verkühlungen oder vorbeugend gegen Viren und Bakterien. Schnuppern Sie Kren bei Schnupfen oder verstopfter Nase, und feingeriebener Kren mit Honig verrührt ist ein Fitmacher bei Erkältungskrankheiten.

Traditionell ist Kren einer der heimischen Scharfmacher. Er sorgt für pikante Würze in der europäischen Küche und ist eine hervorragende Zutat zur Verfeinerung von Fleischgerichten. Früher, als es noch wenig scharfe Gewürze gab, war er sehr kostbar. Semmelkren zu Rindfleisch ist eine altbewährte Kost die einfach gut schmeckt. Ich liebe Kren aber genauso in Gemüsepfannen, Suppen oder in Aufstrichen, wo er am besten zur Wirkung kommt. Eine kleine Portion Kren gehört jetzt in jeden Kartoffelsalat, zu Spinat, Roten Rüben oder in Topfenaufstriche. Am besten ist es, den Kren frisch und sofort zu verwenden, bzw. zu verarbeiten. Achtung ist bei der Zubereitung geboten, denn durch die Schärfe, können die Schleimhäute gereizt werden.

In vielen Bauerngärten, am Wegesrand, auf Wiesen, auf feucht sandigem, lehmigem Boden findet man die wertvolle Pflanze. Wer Kren im Garten hat, wird ihn nicht so schnell los, denn er neigt zum Verwildern. Doch das wird schon einen Sinn haben, denn Pflanzen siedeln sich immer dort an, wo sie benötigt werden. Kren ist eine mehrjährige Pflanze, trägt bis zu 1,5 m lang gestielte, dunkelgrün glänzende, wellige Blätter. Er besitzt eine dicke fleischige Wurzel, die außen braungelb und innen weiß ist. Im Juli entfaltet sich die reich blühende Blütentraube mit kleinen weißen Blüten, die wunderbar schmecken. Jetzt im Herbst, sobald sich das Laub einzieht, kann der Meerrettich geerntet werden. Der Gehalt an Senfölen und Vitamin C ist da am höchsten.

Nutzen Sie zur richtigen Zeit die Wirkung unserer Heilpflanzen, die uns im Herbst in reicher Vielfalt geschenkt werden.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ

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