Knospen - Naturkraft für Mensch und Tier

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Dienstag, 17. April 2018

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Wie die Knospen der Bäume und Sträucher melde auch ich mich nach langer Winterpause wieder zurück. Durch diese Kräfte sparende Auszeit kann sich der gesamte Baum erneuern und regenerieren. Auch ich habe diese wertvollen Wintermonate genutzt, um mich zu erholen und mein Inneres zu stärken. Die Fastenzeit diente schlussendlich dazu, den Körper zu aktivieren und mit natürlichen Nährstoffen aufzufüllen. Jetzt dürfen wir wieder aktiv werden! Die Natur bietet uns unzählige Pflanzen, Kräuter und Knospen, um die Vitalität zu aktivieren und der Frühjahrsmüdigkeit entgegen zu arbeiten.

Diese Naturkraft kann uns Menschen, aber auch den Tieren, eine enorme Lebendigkeit schenken. Früher wussten die Menschen viel über die Heilkraft der Knospen unserer Bäume und Sträucher. Sie verwendeten sie als Kraftnahrung, Energiefutter und Naturmedizin. Auch die Tierwelt nutzt für ihre Gesundheit immer wieder ganz instinktiv die Knospen-Apotheke. Knospen enthalten die Lebenskraft der jeweiligen Pflanze in ganz konzentrierter Form und sind somit eine reiche Quelle an wertvollen Inhaltstoffen. Bereits in kleinen Mengen wirken sie regenerierend, entgiftend, und harmonisierend. Auch ein keimender Spross, eine wachsende Triebspitze oder ein aufgehendes Blatt verfügen über ähnliche Kräfte wie die Knospen. Wo neues Leben entsteht, wächst auch das vitale und oft nebenwirkungsfreie Heilmittel der Bäume heran. Knospen beinhalten das Ganzheitliche - die Kraft des ganzen Baumes - und brauchen eine gute Versorgung. Eine Knospe ist ein sehr junger Spross, eingehüllt in Schutzblätter, der noch nicht eigenständig lebensfähig ist. Dennoch ist jede Knospe für sich ein eigenes und einzigartiges Lebewesen. Sie sind regelrecht gepanzert und verfügen über harte und widerstandsfähige, schuppenförmig angeordnete Blätter, die das zarte Innere der Knospen vor Kälte, Wind und Sonne beschützen. Um zu leben und sich weiterzuentwickeln, brauchen die Knospen viel Licht, Wärme, Wasser und Nährstoffe.

Die Verarbeitung der Knospen heißt Gemmo, was auf Latein so viel wie Knospe heißt. Dabei werden Heilmittel aus frischen Pflanzenteilen wie Knospen, junge Triebsprossen und Wurzelspitzen eingesetzt. Sie dienen als Vitalisierungs- und Regenerationskraft. Die Knospen sind enorm reich an Eiweißstoffen, Vitaminen, Enzymen und Wachstumshormonen. Sie wirken entzündungshemmend, reinigend, entgiftend, regenerierend, reizlindernd und beruhigend. Knospen werden auch als Auge bezeichnet, quasi als Sinnesorgan des Baumes, das oft als Punkt an der Baumrinde sichtbar wird. Der Baum trägt Selbstheilungskräfte in sich und treibt nach einem Baumschnitt, nach Verletzungen und Krankheiten, aber auch nach Radikalschnitten immer wieder neue Knospen und Triebe aus. So dienen die Knospen dem Wachstum, der Verlängerung und Verzweigung der Bäume.

Ob Linde, Holler, Esche, Birke, Buche, Erle, Apfel oder Ahorn, aber auch Brombeer- oder Johannisbeerknospen, Hagebutten und Hasel, um nur einige zu nennen, all diese Knospen tragen eine wertvolle Wirkung in sich. Ob in der Küche in Salaten und Suppen, als Gewürzpulver oder Tonikum, ich kann Ihnen diese wertvollen Gaben der Natur auf jeden Fall empfehlen.

Gehen Sie in die Natur und entdecken Sie ihre Einzigartigkeit täglich vor Ihrer Haustüre, denn genau da und dann trägt sie die wertvollste Heilkraft in sich.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - sonntags im Kurier OÖ


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