Knoblauchrauke

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Montag, 28. April 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Geschmacklich ersetzt ein großer Zweig eine halbe Knoblauchzehe. Die Knoblauchrauke ist verwandt mit der Garten- und der Brunnenkresse, sieht aber durch die wunderschönen weißen Blüten dem Senf ähnlich. Darum wurden die Samenkörner früher als Ersatz für schwarzen Senf benutzt. Gegen Nierensteine, Koliken und Magenwinde wird empfohlen, die Samen aufzukochen und in Wein ziehen zu lassen.

Das interessante Aroma der Kreuzblütengewächse hat die Menschen angeregt, schmackhafte Gemüsesorten zu züchten. Durch geschickte Kombinationen ist die Vielfalt unserer Kohlsorten entstanden, wie Grünkohl, Broccoli, Blumenkohl, auch Radieschen, Meerrettich, und Radi gehören dazu.

Die Knoblauchrauke wurde früher als Salz in der Suppe verwendet, vor allem wo Gewürze noch sehr kostbar waren. Sie ist aber auch eines der Frühlingskräuter, die Impulse für das Jahr geben. Das Kraut gehört in eine Frühjahrskur zur Stärkung der Abwehrkräfte. Senfölglykoside wirken antiseptisch wie die Inhaltsstoffe des Knoblauchs, zusätzlich leicht harntreibend und werden zur allgemeinen Entschlackung und bei rheumatischen Beschwerden und Gicht empfohlen. Die Blätter werden im Frühjahr, möglichst vor der Blüte, oder im Spätsommer bis in den Herbst gesammelt. Das Wildgemüse soll möglichst am Vormittag gepflückt werden, da ist es am saftigsten. Zwar können auch die Blätter der blühenden Rauke ohne weiteres verwendet werden, schmecken jedoch nicht mehr so intensiv. Wir finden die Knoblauchrauke an nährstoffreichen, frischen Böden, meist im Halbschatten, an Hecken, Zäunen, Waldsäumen, an beschatteten Wegrändern und lichten Laubwäldern. Zu finden ist sie besonders oft in Gesellschaft von Brennnessel, Gundelrebe und Taubnessel.

Eine botanische Besonderheit sind die verschieden geformten Blätter der bis zu einem Meter hohen Knoblauchrauke. Sie sind nierenförmig rund als Rosettenblätter, werden herzförmig sowie spitz und klein in den oberen Stängelblättern. Mit der Form verändert sich auch ihre Funktion. Die größeren Rosettenblätter, die im Frühjahr gebildet werden, sollen das Licht einfangen und der Pflanze genügend Energie für das Wachstum liefern. Je höher der Stängel wird, desto kleiner werden die Blätter und machen Platz für die Blüten. Blütezeit ist von April bis Juli.

Die Knoblauchranke wird auch Ramswurz, Knoblauchkraut, Lauchhederich oder Lauchkraut genannt. Verwendet wird sie vor allem in der Küche als Gewürzkraut. Frisch und roh werden die Blätter in Kräutertopfen, Soßen, Salaten und Kräuterbutter verwendet sowie überall dort, wo auch Knoblauch verwendet wird. Bitte die Rauke nicht mitkochen, erst am Schluss den Speisen zufügen, damit sich der gute Geschmacksstoff der Pflanze nicht verflüchtigt.

Die moderne Kräuterküche hat die Knoblauchrauke wieder entdeckt. Mein Lieblingsrezept ist die wilde Knoblauchbutter. Eine Handvoll Blätter der Rauke klein schneiden und mit weicher, gesalzener Butter mischen, schmeckt besonders lecker auf frisch gebackenem Brot.

Gehen sie bewusst in die Natur und lassen sie sich immer wieder aufs Neue verzaubern und inspirieren, von den Schätzen der Mutter Erde.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


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