Karde

Verfasser

Monika Kronsteiner

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Mittwoch, 11. September 2013

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Karde

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Sie sieht aus wie eine Distel, ist aber keine. Die Karde, auch Weberdistel oder Waldkarde genannt, zählt zu den wichtigen Heilpflanzen. Bei uns ist sie am ehesten als Weber-Karde bekannt. Früher gab es viele Kardenfelder, in deren Nähe diese Heilpflanze auch heute noch zu finden ist. Meist wächst sie auf steinigem Grund, an Ufern, Schutthalden, Wiesen, Waldrändern und auf Weiden. Die beeindruckende, stachelige Pflanze mit ihren hübschen lila Blüten vermehrt sich dort, wo es ihr gefällt. Der Name Karde stammt von kämmen, da früher die getrockneten, stacheligen Kardenköpfe zum Karden (kämmen) der Wolle benutzt wurden, eine Vorbereitung vor dem Spinnen zum Garn. Da dies heute maschinell gemacht wird, geriet diese wichtige Pflanze in Vergessenheit.

Im ersten Jahr bildet die zweijährige Karde eine Blattrosette mit länglichen, hellgrünen Blättern. Im zweiten Jahr schießen diese bis zur Blüte fast zwei Meter in die Höhe. Der Blütenkopf hat lange, an der Spitze hakenähnlich gekrümmte Stacheln. Der Blütenbestand beginnt in der Mitte zu blühen, in der Folge entsteht ein nach oben und unten wandernder Blütenring, der gerne von Schmetterlingen und Hummeln besucht wird.

Weil die mit dem Stängel verwachsenen Blätter eine muldenartige Vertiefung bilden, in der sich Wasser sammelt, nannte man die Pflanze auch Venusbad. Mädchen die sich mit diesem Wasser waschen, sollen besonders schön werden. Dem Venusprinzip werden die Nieren zugeordnet. So hilft die Karde dabei, toxische Stoffe aus dem Körper auszuleiten, wodurch sich eine gute reinigende Wirkung erzielen lässt.

Ihr wissenschaftlicher Name „Dipsacus“ leitet sich von dispsa ab. Das heißt auf griechisch „mich dürstet“. Denn so manchem Wanderer rettete die Pflanze in staubiger Steppe mit ihrem gespeicherten Wasser schon das Leben.

Auch ihre Wurzel ist von großer Bedeutung, denn sie soll gegen Borreliose helfen.

Das Blühverhalten der Karden erinnert, wenn man es anhand der Signaturenlehre betrachtet, an die Wanderröte bei Borreliose. So bildet sich in der Mitte der Kardendolde ein Blütenkranz, der sich teilt und dann ringförmig nach oben und unten wandert. Gegen Borreliose wird aus der Kardenwurzel eine Tinktur gewonnen, oder auch ein Tee, der vorbeugend getrunken werden kann. Bei bereits vorhandener Borreliose kann ich eine Kur empfehlen, natürlich nur nach Absprache mit dem Arzt.

Generell sollte die Kardenwurzel für die Stärkung des Immunsystems, der Verdauung und des Stoffwechsel angewendet werden. Umschläge mit Kardentee helfen bei Verletzungen der Haut.

Die Tinktur wird am besten aus der frisch geernteten Wurzel hergestellt. Lassen Sie diese drei bis sechs Wochen stehen, dann abseihen und tropfenweise einnehmen.

Besuchen sie uns im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen, wo sie mehr über Heilpflanzen erfahren, aber auch über Ernährung, Lebensordnung, Wasser und Bewegung. Das alles sind wichtige Säulen für ein gesundes und zufriedenes Leben.

Kräuterpädagogin Monika Kronsteiner

Kneipp Traditionshaus Bad Kreuzen der Marienschwestern vom Karmel
1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)


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