Kalmus

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Donnerstag, 25. September 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Schon die Ägypter kannten und nutzten ihn als Tee oder Tinktur, verwendeten ihn für Räucherungen, als Gewürz und bereiteten daraus Salben für die immerwährende Schönheit zu. Seit Jahrtausenden wird er auch als „Lebensverlängerer“ geschätzt.Er findet sich auch in der Bibel, wo er als Bestand des heiligen Salböls in den Büchern Mose genannt wird.
Leider ist die Heilkraft des Kalmus in Vergessenheit geraten. Heute wird er eher als schöne Zierpflanze an Teichen und Biotopen geschätzt. Dieses Aronstabgewächs gedeiht auch bestens an der flachen Uferzone von Gewässern, wo er an sonnigen Plätzen seine kriechenden Rhizome ausbilden kann. Aus dem waagerecht liegenden, ausdauernden Wurzelstock wachsen zahlreiche schwertförmige, scharfkantige Blätter hervor. Diese werden bis zu einem Meter hoch. Der Blütenstängel sieht diesen Blättern sehr ähnlich, doch bildet er im Frühsommer einen kleinen kegelförmigen, grünlich- bis bräunlichgelben Kolben.

Bekannte Volksnamen des Kalmus sind Deutscher oder Europäischer Ingwer, Magenwurz, Venuspflanze, Heiliges Rohr, Ackermann, Brustwurz oder Gewürzkalmus. Der Geschmack ist süßlich, scharf und bitter und er riecht schwach aromatisch. Bei zu hoher Dosierung schmeckt der Kalmus schnell seifenartig und unangenehm. Aus gutem Grund heißt der Kalmus auch Magenwurz oder Meister der Verdauungsorgane. Er wird bei Magen-Darm-Krämpfen, Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden, Gastritis, bei nervösen Reizmagen, aber auch zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Besonders jetzt im Herbst kann er mit seiner besonderen Heilkraft die Verdauungsorgane gut unterstützen, stärkt aber auch unsere Nerven und unser Gemüt. Auch für durchblutungsfördernde Einreibungen oder als Badezusatz bei rheumatischen Entzündungen und bei Frostbeulen oder sonstigen Erfrierungen ist Kalmus zu verwenden. Diese Heilpflanze gehört zu den am stärksten Hitze erzeugenden Kräutern überhaupt. Er reagiert wie Feuer, so wird er auch im Pflanzenreich als ein Drachen betrachtet.

Betrachten wir die Pflanze ganz genau, fällt auf, dass sie im Sumpf wächst und Menschen hilft, die oft dumpf, bedrückt, verdrießlich im Gemüt sind. Wenn der  Magen drückt, der Darm stockt und bläht,  kann ich nur den Kalmus empfehlen. Er verleiht den Verdauungsorganen das Gleichgewicht, denn er gibt Wärme ab, erhellt und trägt zur Entschleimung des phlegmatischen Darms und Magens sehr viel bei. Es wird der Wurzelstock des Kalmus verwendet, der ätherisches Öl, Stärke, Bitter-, Gerb- und Schleimstoffe enthält. Die Wurzeln werden im März, April und von September bis November geerntet.

Die Kalmuswurzel setzt man entweder über Nacht als Kaltauszug an, oder man macht einen heißen Aufguss und lässt ihn fünf Minuten ziehen. Auch eine Tinktur kann man mit der Wurzel ansetzen. Maria Treben empfiehlt in ihrer Gesundheit aus der Apotheke Gottes das langsame Kauen der getrockneten Wurzel als effektive Hilfe bei der Raucherentwöhnung, damit den Rauchern übel wird, wenn sie weiterhin zur Zigarette greifen. So kann sich die Lunge wieder gut erholen, unterstützend mit Schafgarbentee, hat sie einige Menschen auf diese Art geheilt.

Aus Kalmus lässt sich auch ein guter Magenbitter herstellen, der nicht nur innerlich angewendet werden kann, sondern bei rheumatischen Beschwerden auch als Einreibung Linderung verspricht. In Apotheken kann man neben der zerkleinerten und getrockneten Kalmuswurzel auch Pulver kaufen, das eingenommen werden kann. Kalmus geräuchert stärkt die Nerven, das Selbstbewusstsein und hilft bei seelischer Erschöpfung. Ebenso können Räume sehr gut damit gereinigt werden. 

Genießen sie den Herbst, die Zeit, wo die Blätter fallen und die Kraft in den Wurzeln zu finden ist.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM) Bad Kreuzen

 


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