Hopfensprossen

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Dienstag, 24. April 2018

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Im Frühling schenkt uns die Natur eine Fülle von Köstlichkeiten, die gut schmecken und unsere Depots mit wertvollen Inhaltsstoffen auffüllen. Besonders liebe ich Hopfensprossen in meiner Nahrung, die schon sehr selten geworden sind.

Die jungen Wurzelsprossen, also die Jungtriebe des rankenden Hopfens, werden auch Hopfenspargel genannt. Im April und Mai kann man ihnen regelrecht beim Wachsen zuschauen. In dieser Zeit können sie sich bis zu einem Meter in der Woche hochranken und sind auch noch ohne Zapfen leicht erkennbar. Am besten sind die ganz jungen, noch nicht so rauen Hopfensprossen, die etwa zehn Zentimeter vom Stängel zur Spitze hin abgebrochen werden. Um dem Hopfen zu einem kräftigeren Wachstum zu verhelfen, werden im Frühjahr die überzähligen Wurzeltriebe bis auf drei, maximal fünf Haupttriebe entfernt. Daher ist es sogar sehr gut, diese zu ernten. Hopfensprossen waren bis ins 16. Jahrhundert eine Spezialität. Als dann die Nachfrage nach Bier stetig zunahm, verloren die Sprossen an Bedeutung.

Den bis zu zehn Meter hoch wachsenden Hopfen findet man in Auen, an feuchten Gebüschen, Hecken und Zäunen, an Waldrändern, in Parks und Gärten. Ich habe ihn aber auch schon an Feldrändern gefunden, wo er alles überwuchert. Die Schlingpflanze ist an ihren drei- bis siebenlappigen Blättern mit gezacktem Rand leicht zu erkennen. Die Blätter sehen Weinblättern sehr ähnlich, Blätter und Triebe fühlen sich rau an. Im Spätsommer hängen an weiblichen Pflanzen die bekannten Dolden, die den Hopfen für die Bierbrauer so interessant machen. Darüber hinaus ist er eine wichtige, seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze für starke Nerven und gesunden Schlaf. Die beruhigende Wirkung des Hopfens findet sich in Tee, Tinktur und Ölen wieder. Zu verwenden sind der wilde und der Kulturhopfen, der als kulinarische Spezialität empfohlen wird.

Ich liebe Hopfensprossen im Wok kurz angebraten, serviert mit Grillgemüse oder Gemüselaibchen schmecken sie köstlich. Als Gemüsebeilage passen sie zu den verschiedensten Gerichten, wie etwa zu Fisch, Lamm, Kartoffeln oder Spiegeleiern. Die Hopfensprossen können auch in Salzwasser kurz weichgedünstet und mit Sahne oder Butter verfeinert werden, beliebig würzen mit Kräutersalz, Pfeffer usw. In der Zubereitung ähneln sie dem Spargel, im Geschmack liegen sie zwischen diesem und Broccoli sowie jungem Mais. Hopfensprossen werden roh als Salat oder gekocht mit verschiedenen Soßen zubereitet. Die Mengen sind aufgrund der wenigen Anbieter und der kurzen Erntezeit äußerst gering. Die Saison beginnt bereits Mitte bis Ende März. Dann können die Hopfensprossen für etwa vier Wochen geerntet werden. Heute wird das sogenannte Arme-Leute-Gericht wieder sehr geschätzt und Feinschmeckern in hochwertigen Restaurants serviert.

Genießen Sie die Köstlichkeiten, die uns die Natur immer wieder zur Verfügung stellt, und halten Sie Ausschau, was uns der Frühling an Gaben schenkt.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - sonntags im Kurier OÖ


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