Hopfen - schenkt uns innere Ruhe

Verfasser

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin

Beitrag vom

Dienstag, 19. September 2017

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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In voller Blüte stehen jetzt die Hopfenzapfen, die uns eine altbekannte Heilwirkung schenken. Hopfen ist vor allem durch seine Verwendung beim Bierbrauen bekannt, denn die wertvollen Hopfenbitterstoffe sind für den edlen Geschmack des Bieres verantwortlich. Darüber hinaus ist er aber eine wichtige, seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze für starke Nerven und gesunden Schlaf.

Seine weiteren Namen wie Magenbitter oder Einschlafhilfe sind darauf zurückzuführen. Hopfen ist vor allem auch eine östrogenwirksame Pflanze, die Frauen im Wechsel unterstützen kann. Eine weitere Heilwirkung sieht man ihm regelrecht an: Menschen, die sich von Grübeleien herunterziehen lassen, zieht der Hopfen wieder hoch. Seine Ranken mit den borstig behaarten Blättern streckt der vitale Kletterer der Sonne entgegen und wird zu einer baumhohen Liane. Wir finden diese bis zu 10 Meter hoch wachsende Schlingpflanze in Auen, an feuchten Gebüschen, Hecken und Zäunen.

Die Pflanzen sind entweder männlich oder weiblich, wobei nur die weiblichen Pflanzen den harzigen, aromatischen Hopfenzapfen bilden. Für die Bierherstellung wird er in eigenen Hopfengärten mit hohen Klettergerüsten angebaut. Im Frühjahr treiben die Hopfensprossen aus dem Boden und machen sich sogleich auf die Suche nach einer Kletterstütze. Geerntet wird der Hopfen kurz vor seiner vollen Reife im August und September, damit die Schuppen der Hopfenzapfen nicht abfallen. Nach der Ernte sterben die verbliebenen oberirdischen Teile ab. Alles am Hopfen ist verwendbar. Die langen Ranken des Hopfens sind fest genug, um daraus haltbare Seile zu flechten. Die jungen Triebspitzen ergeben einen vorzüglichen Salat und aus den jungen Hopfensprossen kann man im April und Mai spargelähnliches Gemüse kochen, übrigens eine wahre Delikatesse. Die Hopfenzapfen sind bitter und würzig im Geschmack.

Hopfen beruhigt und entspannt, er wirkt krampflösend und fördert den Schlaf. Die leicht flüchtigen ätherischen Öle lindern alle Formen von Nervosität und die enthaltenen Bitterstoffe fördern die Verdauung. Hopfen ist ideal mit anderen Heilkräutern zu mischen. So entstehen beruhigende, blutreinigende oder einfach entspannende Tees. Denn der Hopfen vertreibt die Melancholie und das schwere Gemüt, er ist wärmend und trocknend.
Wie heißt es so schön: Hopfenzapfen geben dem Bier den Geschmack und uns Menschen die Ruhe. Daher gönnen Sie sich ein Entspannungsbad mit Hopfen, das aus einem starken Teeansatz zubereitet werden kann, oder machen Sie sich bei Bedarf ein Hopfenkissen, das den Schlaf fördert. Auch als Bier in geringen Mengen kann die positive Wirkung der Pflanze genutzt werden. Genießen Sie die innere Ruhe, die uns diese Heilpflanze schenkt!

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ

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