Heublumen

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Donnerstag, 09. Oktober 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Dafür kann ich Ihnen einen Heublumenwickel oder ein Heublumenbad wärmstens empfehlen. Selbstverständlich soll dabei nicht auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, auf Keippan-wendungen und viel Bewegung an der frischen Luft vergessen werden. Aber mit Kräutern, die das Immunsystem stärken, wie Kapuzinerkresse, Thymian, Tausendgüldenkraut, Schafgarbe oder Kalmus, kann man seinem Körper nur Gutes tun. Nicht nur Alltagsbeschwerden lassen sich mit Wasser, Heilpflanzen und ätherischen Ölen behandeln, auch die Abwehrkräfte werden dadurch nachhaltig gestärkt.

Von Kindheit an in den Genuss natürlicher Heilmittel zu kommen, ist die beste Voraussetzung für ein langes und gesundes Leben. Ich bin heute noch dafür dankbar, dass ich als Kind wunderbare alte Hausmittel genießen durfte. Denn diese bieten die Möglichkeit, mit der Anwendung auch Zuwendung zu verbinden. So vermittelt etwa ein Wickel im Heublumensack Geborgenheit wie Wohlgefühl und lässt zur Ruhe kommen. Er ist eine hilfreiche, begleitende Therapie, die durch feuchte Wärme und Cumarine, das sind aromatische Pflanzenstoffe, auf den gesamten Organismus wirkt, aber auch der Seele gut tut.

Sebastian Kneipp war von den wunderbaren Heublumen besonders überzeugt. Er half vielen Kranken mit Heublumenbädern, Heublumensäcken oder einer Heublumen-Auflage dabei, wieder gesund zu werden. Unter Heublumen versteht man die Blüten, Samen, Stängel und Blätter verschiedener Wiesengräser, die nach dem Ernteschnitt das Heu bilden. Genau darin verbirgt sich das Geheimnis der Heublumen: Die Summe all dieser einzelnen Teile ergibt eine uralte Naturarznei. Durch einen Fermentationsprozess während des Trocknens entwickelt das Heu seinen typischen Geruch. Der feine Duft variiert je nach seiner Zusammensetzung. Heute weiß man durch Laboruntersuchungen, dass diese natürlichen aromatischen Wirkstoffe, die Cumarine, besonders heilkräftig sind. Auf jeden Fall haben schon unsere Vorfahren diese Heilkraft, die außer in der geballten Ladung eines Heublumensacks sonst nur schwer zu finden ist, sehr geschätzt. Die Wirkung beruht auf einem entzündungshemmenden, abschwellenden und durchblutungsfördernden Effekt. Überall dort, wo Beschwerden auftreten, bei denen Wärme als angenehm empfunden wird, haben die Heublumen eine reflektorische Tiefenwirkung. Heublumenanwendungen können auf fast allen Körperstellen eingesetzt werden. Der Heublumensack ist für Gelenke und Wirbelsäule, aber auch bei Leber-,  Magen-, Darm- und Blasenbeschwerden sehr gut geeignet. Heublumenbäder und Heublumenwickel sind besonders empfehlenswert bei verkrampfter Muskulatur, zur positiven Aktivierung des Bindegewebes und des Gewebestoffwechsels, zur Durchblutungssteigerung und zur Erhöhung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Für einen Heublumensack verwendet man einen kleinen Leinensack, der mit ein paar Handvoll Heublumen gefüllt wird. Den Heublumensack etwa 20 Minuten über einem Topf mit aufsteigendem Wasserdampf heiß werden lassen, wobei er nicht im Wasser liegen soll. Dann den Sack etwas abkühlen lassen und so warm wie möglich auf die gewünschte Stelle auflegen, ein trockenes Tuch darüber, gut einwickeln und eine Stunde einwirken lassen.

Bei müden Füßen, besonders nach dem Wandern oder bei stehender Tätigkeit, ist ein wohltuendes Heublumen-Fußbad sehr zu empfehlen. Etwa vier Handvoll Heublumen mit drei Liter kochendem Wasser übergießen. Das Bad zudecken und ziehen lassen, bis Sie das Wasser als angenehm warm empfinden. Nun die Füße 15 bis 20 Minuten darin baden.

Lassen Sie sich von der wunderbaren Kraft der Natur verwöhnen und genießen Sie einen herrlichen Heublumenwickel, den wir im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin sehr schätzen und unsere Gäste lieben.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM) Bad Kreuzen


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