Eisenkraut

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Freitag, 04. Juli 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Die Pflanze galt als Allheilmittel, als Schutz vor allem Unheil. Es hieß, wer dieses Kraut bei sich trägt schläft gut, ist frohen Mutes und nie müde. Kinder lernen durch das Eisenkraut gerne, es schenkt einem große Beliebtheit und Liebeskraft. So stellten Verliebte gerne aus diesem Heilkraut einen Liebestrank her, damit die Liebe lang und glücklich sei. Dadurch erhielt das Eisenkraut auch weitere Namen wie Hochzeitskraut, Kranzkraut oder Fruchtbarkeitspflanze. Im Volksmund wurde es zusätzlich noch Wundkraut, Stahlkraut, Sagenkraut, Druidenkraut, Eisenhart, Wunschkraut oder Träne der Iris genannt. Viele dieser Namen lassen Rückschlüsse auf die Bedeutung des Krauts in Heilkunde und Mythologie zu.

Leider ist das Eisenkraut fast in Vergessenheit geraten. Heute wird hauptsächlich seine Verwandte, die südamerikanische Verbena (Zitronenverbene) verwendet. Die Heilwirkung des Eisenkrauts ist jener der Verbena jedoch überlegen.
Das Eisenkraut, der lateinische Name lautet Verbena officinalis, ist ein mehrjähriges Kraut mit geringen Ansprüchen an den Boden. Sonnige, durchlässige, eher trockene Böden werden allerdings bevorzugt. Zu finden ist es an Hecken, Mauern, Schuttplätzen, an Wegrändern und lichten Wäldern. Wächst das Eisenkraut neben dem Acker, so wird dieses Stück Erde, reiche Ernte bringen. Die Pflanze wird bis zu 70 cm hoch und trägt einen vierkantigen Stängel, der zäh wie Eisendrähte ist, mit fiederteiligen Blättern. Die kleinen lilafarbenen Blüten wachsen an dünnen, bis zu 20 cm langen Ähren, die während der Blühzeit von Juli bis September immer weiter in die Länge wachsen.

Eisenkraut ist ein bitter, aromatisches Heilkraut, das die gesamte Verdauung stimuliert. Es fördert die Magensaftproduktion, verbessert durch seine Bitterstoffe die Nährstoffaufnahme und mildert Verdauungsbeschwerden. Das Tonikum ist ein ideales Kräftigungsmittel nach chronischen Krankheiten. Die Wirkung des Eisenkrauts hat sich über die Jahrtausende vielfach bewährt. Aus der Volksheilkunde ist es als Hausmittel mit zusammenziehender, abschwellender und entzündungshemmender Wirkung bekannt. Hildegard von Bingen empfiehlt Eisenkraut-Umschläge gegen Entzündungen. Selbst schlecht heilende Wunden werden schmerzlindernd geheilt. Außerdem ist Eisenkraut eine wunderbare Hilfe bei Schlaflosigkeit, denn in den Stängeln ist sehr viel Verbenalin enthalten, das uns beruhigt und sanft in den Schlaf bringt.
Eisenkraut kann als Tee oder Tinktur zubereitet und sowohl äußerlich angewendet als auch eingenommen werden. Beim Räuchern entfaltet das Eisenkraut einen leicht würzig–herben Duft. Es fördert die innere Ruhe, Aufmerksamkeit und Klarheit. Zusätzlich vermittelt es Selbstvertrauen, Mut und Stärke.

Genießen sie die Zeit, wo uns die Sonne ihre größte Kraft schenkt und die wunderbare Natur in der Hochblüte steht. Nun sind es die Sonnenkräuter, die uns Mutter Erde zur Verfügung stellt.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


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