Die Gundelrebe

Verfasser

Monika Kronsteiner

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Montag, 13. Mai 2013

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Die Gundelrebe

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DIE GUNDELREBE, AUCH GUNDERMANN GENANNT, VERZAUBERT IN DEN NÄCHSTEN WOCHEN MIT IHREN VIOLETTEN BLÜTEN DEN GARTEN.


Die Gundelrebe, eine uralte germanische Heil- und Zauberpflanze, trägt eine enorme Kraft in sich. Sie ist, vielerorts bekannter unter dem Namen Gundermann, eine krautige, ausdauernde und vor allem winterharte Pflanze. An halbschattigen Plätzen schlängelt sie sich gerne durchs Gras und wuchert rund ums Haus. Die gegenständig wachsenden immergrünen Blätter sind herz- bis nierenförmig, grob gekerbt und im Jugendstadium braun-violett überzogen. Wenn man die Oberfläche eines dichten Pflanzenverbandes anschaut, dann sind die Blätter wie zum Himmel geöffnete halbrunde Handteller, die das Sonnenlicht und die Wärme aufnehmen.

Ihre volle Heilkraft entfaltet diese unauffällige Pflanze mit den lila Blüten im zeitigen Frühjahr. Ernten kann ich sie jedoch das ganzes Jahr über, das liebe ich an der Gundelrebe. Sie wächst an nährstoffreichen Plätzen, vor allem in Hecken, an Wegrändern, auf frischen Wiesen und in Laubwäldern. Neben Ehrenpreis, Hauswurz und Wegerich zählt die Gundelrebe zu den Gundkräutern, die hauptsächlich bei eitrigen Wunden, Geschwüren oder Auswurf angewendet werden. Der Name „Gund“, bedeutet nach germanischem Sprachgebrauch u.a. Eiter, giftiges Sekret oder Beule. Im Volksmund wird sie deshalb auch als der „Herr des Eiters“ bezeichnet.
Sie gehört zu den Lippenblütlern und ist verwandt mit vielen Heilpflanzen und Gewürzen, die besonders reich an ätherischen Ölen sind. In diesen sind Wärme spendende Sonnenkräfte wirksam, die den erstarrten Organismen neue Lebensimpulse vermittelt. So vermag die Wesenskraft dieser Heilpflanze Menschen zu helfen, die nicht mehr im Einklang mit den natürlichen Biorhythmen leben.
Da die Pflanze reich an Vitamin C ist, kann sie ebenfalls als allgemeines Tonikum genommen werden. Aus diesem Grund war die Gundelrebe wohl lange Zeit ein wichtiger Bestandteil der sogenannten Kraftsuppe, die zum Wiederaufbau der Energie und Lebenskraft gegeben wird.

Als Gemüse zur Stärkung „von innen“ sollte die Gundelrebe einen fixen Platz in der Küche bekommen. Für Füllungen, Salatsaucen und Kräuterpesto schneiden Sie die Gundelrebe klein und mischen sie mit anderen Kräutern. Die Blätter und Blüten können auch in Gemüsesuppen mitgekocht oder mit Spinat gemischt werden.

Der besondere Geschmack der Gundelrebe ist nicht jedermanns Sache, daher sollte man zu Beginn die Gundelrebe etwas vorsichtiger dosieren. Zusammen mit anderen Wildkräutern bereichert sie eine Kräuterbutter oder eignet sich als Beigabe in Salate, gerade zu Gurkensalat passt sie besonders gut. Auch in meinem Kräutersalz darf die Gundelrebe nicht fehlen. Ich ernte die Blüten von Mai bis Juni. Sehr gut lässt sich die Gundelrebe auch als Öl konservieren, bekannt ist das Gundelrebenöl, das Wunden rasch abheilen lässt. Dazu werden Blätter gesammelt und in ein kleines Glas gefüllt. Die Blätter werden fest zusammen gepresst, mit einem guten Öl bedeckt und an einem sonnigen Standort einige Tage stehen gelassen, bis sich am Boden des Glases eine helle Flüssigkeit bildet.

Hildegard von Bingen schreibt über die Gundelrebe, dass ihre Grünkraft angenehm und nützlich ist. So empfiehlt sie sie vor allem bei körperlichen und geistigen Erschöpfungszuständen und gibt dazu folgendes Rezept an: „ Ein Mensch, der lange kraftlos ist und dem das Fleisch schwindet, soll mit Gundelrebe erwärmtes Wasser trinken und sie so oft wie möglich gekocht in einer Zukost oder mit Fleischspeisen essen. Dies wird ihm viel nützen, weil die guten Säfte den Menschen innerlich heilt. Die Gundelrebe ist warm und trocken.“ Weiters schreibt Hildegard von Bingen, wenn die Fehlsäfte den Kopf wie benommen machen, sodass die Ohren wie Wasserrauschen tönen, dann soll man Gundelrebe im heißem Wasser kochen, die Pflanze danach ausdrücken, und das Wassers warm um den Kopf packen. Das mindert das dumpfe Gefühl im Kopf und öffnet den Gehörapparat. Gundelrebenpackung bei Kopfbrummen, Schwerhörigkeit, Ohrensausen und Tinnitus: Gundelrebenkräuter in zwei Leinensäckchen füllen, die Säckchen verschließen und in kochendes Wasser legen. Herausnehmen, ausdrücken und so warm wie möglich auf beide Ohren gleichzeitig auflegen. Mit einem Stirnband fixieren und 1 Stunden einwirken lassen. Die Gundelrebenpackung über mehrere Wochen hinweg anwenden!

Kräuterpädagogin Monika Kronsteiner


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