Die Birke

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Mittwoch, 19. März 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Die Natur schenkt uns immer wieder etwas zum Staunen, zum Innehalten und Krafttanken. So auch die Birke. Dieser besondere Baum steht als Symbol für das Wiedererwachen der Natur. Aufgrund ihrer vielen wertvollen Eigenschaften ist die Birke einer meiner Lieblingsbäume, ein Baum der Freude und Lebendigkeit. Schon die Kelten verehrten die Birke als Lebensbaum.

Mit ihren langen Zweigen, besonders bei der Hängebirke, die beim leisesten Windhauch hin und her schwanken, vermittelt sie Beweglichkeit, Fröhlichkeit und jugendlichen Schwung. Leben heißt ja Bewegung, Veränderung, Flexibilität, und die Birke zeigt uns dies mit ihrer einzigartigen Beweglichkeit auch nach der Signaturlehre sehr auf. Dieser wertvolle Baum wird auch wegen seiner Robustheit und hohen Anpassungsfähigkeit geschätzt. Er versorgt uns mit Blatt, Saft, Rinde, Holz und Ästen.

Hildegard von Bingen schreibt, dass die Birke auch als „das Glück“ bezeichnet wird. Sie stammt aus dem Norden und ist dort ein heiliger Baum, so wie bei uns die Linde. Die Birke ist ein Lichtbaum und steht gerne alleine am Waldesrand oder in lichten Wäldern, damit sie von allen Seiten das Licht empfangen kann. Ob Kälte, Hitze oder feuchter Boden, das macht der Birke nichts aus. Kein anderer seiner Art ist so anspruchslos wie dieser winterhärteste aller Laubbäume. Die Birke kann bis zu 30 Meter hoch und über 120 Jahre alt werden.

Das besondere Merkmal einer jungen Birke ist die weiße, glatte, sich weich anfühlende Rinde, die schon von Weitem zu erkennen ist. Bei älteren Bäumen hat diese dunkle, raue Stellen. Von den vielen Birkenarten sind bei uns die Hängebirke, die Moorbirke und die Weißbirke am bekanntesten.

Neben der Birke gehören auch Haselnuss und Erle zu den Birkengewächsen. Alle drei Bäume sind Sinnbilder für den Kreislauf des Lebens. Die Haselnuss steht für den Anfang, als Baum der Zeugung und der Kinder. Die Birke, der „Baum der Jugend“, verkörpert das Wachsen und Entstehen. Die Erle symbolisiert das Alter, das schon mit dem Geheimnis des Todes vertraut ist.

Derzeit schenkt uns die Birke ihren wertvollen Saft. Mitte März, wenn es wärmer wird, beginnt der bekannte Birkensaft zu fließen. Eine Birke pumpt bis zu 50 Liter Flüssigkeit von ihren Wurzeln in die Baumkrone. In 24 Stunden können 3-4 Liter wertvoller Saft aus dem Baum gewonnen werden. Um dem Baum nicht zu schaden, sollte nur alle zwei Jahre Saft entnommen werden, wobei die Birke bereits einen Durchmesser von ca. 20 cm haben soll.

Wenn uns im Frühjahr die Schwere und Müdigkeit in den Gliedern steckt, ist es Zeit für eine Frühjahrskur. Da bieten sich der Birkensaft oder ein frischer Birkenblättertee an. Die Birke reinigt den Körper von innen und kann auch als Bad verwendet werden. Sie wirkt blutreinigend, harntreibend und stark belebend, also ideal gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Weiters reguliert die Birke den Wasserhaushalt, regt Blase und Niere an, hilft bei Rheuma, Gicht, Wasseransammlung, Arthritis sowie Blasensteinen und ist gut für die Haut. Eine Kur von drei Wochen, mit 1/8 l Birkensaft pro Tag, kann ich sehr empfehlen.

Die Birke ist ein herrliches Kaminholz wie Dekorationsholz. Auch der bekannte Reisigbesen, der aus ihren weichen Ästen gefertigt wird, findet heute noch Verwendung. Ein alter Brauch ist es auch, zu Fronleichnam die Kirche und den Prozessionsweg mit Birken zu schmücken. Die gesegneten Zweige werden danach mit nach Hause genommen, zu einem kleinen Kranz geformt und um das Kreuz gelegt. Das soll das Haus und die Familie vor Unheil bewahren.

Auch der Duft verräucherter Birkenrinde ist als Schutzkraft zu empfehlen. Beim Räuchern schenkt die Birke eine positive innere Ausrichtung und weist auf Lichtaspekte des Lebens hin. Birkeneinfluss begünstigt die Flexibilität und löst damit Verhärtungen körperlicher und seelischer Art.

Ich darf Sie zu unserem 2. Birkensaft Tag in Bad Kreuzen einladen, der am Samstag, den 29. März am Biohof Starzhofer stattfindet. Dort erfahren Sie noch mehr über den wertvollen Baum. Wir zeigen Ihnen das richtige Anzapfen der Birke und bieten regionale Schmankerln an. Ich freue mich, Sie persönlich begrüßen zu dürfen. Der Birkensaft ist übrigens auch im Cafe Einkehr im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin erhältlich.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


Kommentare

Kommentar von rosa deusch |

Sg Fr. Kronsteiner, wo erhält man Birkensaft. Wohne in Wien. Auch der Beitrag von Wermutwein war sehr interessant. lg rosa deusch

Antwort von Monika Kronsteiner

Birkensaft gibt es im Bioladen und in Drogerien. Meistens wird er von Birkengold oder Pfarrer Weidinger Shop angeboten, wo er rund um die Saison im Februar und im März erhältlich ist.

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