Der Dost

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Freitag, 12. September 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Er ist ein Wunderwerk der Natur, ein gutes Gewürzkräutlein und eine wertvolle, vielseitig verwendbare Heilpflanze. Diese wirkt verdauungsfördernd, appetitanregend, stoffwechselanregend, beruhigend, schleimlösend, krampflösend und stimmungsaufhellend.Den Geruch und die - bei näherer Betrachtung - wunderschönen Blüten des Dosts liebe ich ganz besonders.

Man findet den Sonne liebenden Dost  auf Böschungen, an Waldränder und in sonnigen Wiesen. Er bevorzugt Kalk- und Kiesböden und lässt sich leicht im eigenen Garten anbauen. Dost wird von Juni bis September gesammelt, wobei die Dostblätter nur bis zum Anfang der Blütezeit geerntet werden sollten, denn da haben sie das beste Aroma. 

Die Heilpflanze ist auch unter den Namen Wilder Majoran oder Oregano, Badkraut, Berghopfen, Wilder Balsam, Bergminze, Frauendost, Lungenkraut und Wohlgemut bekannt. „Hättest du nicht Dorant und Dosten, tät es Dich Dein Leben kosten“ – dieser alte Spruch verdeutlicht uns die Wichtigkeit dieser Heilpflanze, die immer als Schutzpflanze verwendet wurde, die alle negativen Energien vertreibt. Traditionell wurde Dost in Kräuterbuschen, die Schutz vor dem Bösen bieten sollen, mit eingebunden. Getrocknete Dostbuschen wurden auch vor dem Haus und dem Stall aufgehängt.   

Der Dost ist auch eine uralte Räucherpflanze, die bei Reinigungsritualen verwendet wird und entzündungshemmend wirkt. Als Schutzräucherungen wird er auch gemeinsam mit Beifuß und Weihrauch verwendet. Bereits die Ägypter bauten Majoran an und verliehen ihm den Namen majamie = unvergleichlich. Dost ist uns aber auch unter dem Namen Oregano vor allem als Gewürz auf der Pizza bekannt. Der relativ hohe Anteil an ätherischem Öl macht ihn zu einem kräftigen, sehr geschmacksvollen Gewürzkraut. Dost kann genauso verwendet werden, wie der Gartenmajoran. Doststängel die während des Grillens auf Fleisch, Fisch oder Gemüse liegen, geben einen unaufdringlichen Majorangeschmack. Auch in Soßen und zu den italienischen Speisen schmeckt der wilde Majoran besonders gut, zugleich schenkt er uns auch seine wunderbare Heilwirkung für die Verdauung. Dost kann auch zu Sirups, als Gewürzöl, als Pizzagewürz oder in Kräutersalz verarbeitet werden. Gemeinsam mit getrocknetem Rosmarin und Salbei ergibt es ein sehr schmackhaftes, mediteranes Gewürzsalz.

In der Heilkunde wird Dost gerne als Tee verwendet, man kann sich jedoch auch eine Tinktur ansetzen. Vor allem bei Husten, Magen-Darm-Beschwerden oder Menstruationsbeschwerden leisten Dosttropfen einen wertvollen Dienst.  Eine weitere Möglichkeit, diese wunderbare Heilpflanze zu verwenden, ist der mit Weißwein angesetzte Oregano-Wein. Durch den Alkohol entsteht ein saftiger Auszug, der Infektionen vorbeugt und besonders der Verdauung wohltut.Der Dost ist eine mehrjährige Pflanze und wird bis zu 50 cm hoch. Wenn es ihm an einer Stelle gefällt, wird er von Jahr zu Jahr dichter, bis er im Frühling schon ein dichtes Polster bildet, das im Laufe des Sommers fast zu einem kleinen Busch heranwächst.

Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten sind ganz begeistert von den rosa- bis weinrot-färbenden Blüten des wilden Majorans und laben sich zahlreich an ihnen. So leistet der Dost einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Insektenvielfalt. Dost gilt übrigens nicht nur als Schutzkraut, sondern auch als Freudenbringer, Trostspender und Lustigmacher. Er ist ein Kräutlein, das die Menschen fröhlich und wohlgemut macht und somit auch ein sehr wertvolles Kinderkraut, denn schließlich wollen sie ja freudvoll leben.  „Ein Blümlein auf der Heiden mit Namen Wohlgemut, las uns der lieb Gott wachsen, ist gegen das Traurigsein gut.“

Nutzen auch sie die wunderbare Kraft dieser wunderbaren Würz- und Heilpflanze, die ihnen viel Freude und Fröhlichkeit  im Alltag schenken möchte.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM) Bad Kreuzen

 


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