Der Ackerschachtelhalm

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Donnerstag, 04. September 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Bekannt sind der Ackerschachtelhalm, der Sumpfschachtelhalm - der an Bachläufen, Wassergräben oder stehenden Gewässern wächst - der Waldschachtelhalm, der Riesenschachtelhalm und der Wiesenschachtelhalm. Achtung - Bis auf den Ackerschachtelhalm enthalten die verschiedenen Arten Giftstoffe, die bei innerem Gebrauch toxisch wirken. Sie enthalten Alkaloide, Spuren von Nikotin und Palustrin, ein Gift, das sich auf Nerven und Muskulatur auswirkt. Wer sammeln geht, sollte die Arten auch wirklich unterscheiden können.

Der wissenschaftliche Name „Equisetum“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Rosshaar, während sich die deutsche Bezeichnung „Schachtelhalm“ auf die röhrenförmigen Glieder der Stängel zurückführen lässt. Im Frühjahr erscheint der pilzähnliche, sporentragende Spross des Ackerschachtelhalms. An seiner Spitze trägt er sechseckige Sporensäcke, die mit zunehmender Wärme im März oder April aufplatzen. Nun bildet sich aus derselben Pflanze der grüne, unfruchtbare Sommertrieb. Er wird bis zu 60 cm hoch und hat quirlig angeordnete Seitenäste. Diese werden zur Spitze hin immer kürzer, so dass die pyramidenförmige Gestalt an einen kleinen Nadelbaum erinnert. Im Gegensatz zu anderen Schachtelhalmarten stehen die Seitentriebe des Ackerschachtelhalms waagrecht ab und weisen auch nach oben, während sie bei anderen Arten, wie z.B. beim Wiesenschachtelhalm, herabhängen.

Obwohl die oberirdische Pflanze innen hohl ist, ist ihre Haltung sehr aufrecht. Schachtelhalme verholzen interessanter Weise nicht und bilden Kieselsalze als Stützstoffe. Sie sind sozusagen pflanzliche Bergkristalle. Früher wurden sie verwendet, um metallische Gegenstände wie Silber oder Zinngeschirr zu reinigen, daher nannte man den Schachtelhalm auch Scheuerkraut. Ackerschachtelhalme wachsen ziemlich dicht beieinander. Daher sind sie für manche Gärtner oder Landwirte eine rechte Plage, denn es ist nicht einfach sie aus dem Feld zu entfernen. Sie sind aber auch Zeigerpflanzen und weisen darauf hin, dass der Boden verdichtet ist, zu wenig Humus enthält und sich Staunässe bildet.

Pflanzen näher zu beleuchten, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Der Ackerschachtelhalm ist eine Wasserpflanze, er spürt das Wasser mit seinen Wurzeln auf, gedeiht gerne an Wasserläufen und leitet sogar Staunässe ab. Ebenso regt er im Menschen den Harnfluss an, unterstützt die allgemeine Nierenfunktion und lindert Beschwerden bei Entzündungen der Niere, der Blase sowie der Prostata, da er viel Kieselsäure enthält. Ödeme, also Wasserstauungen im Gewebe, können mit seiner Hilfe abschwellen, ebenso kann diese wunderbare Pflanze Haut, Haare, Nägel, die inneren Gefäßwände wie Venen und das Bindegewebe unterstützen. Die Kieselsäure strafft die Haut und verbessert deren Durchblutung.Auch bei Ekzemen, Hautflechten und schlecht heilenden Wunden kann der Ackerschachtelhalm sowohl innerlich als auch für Umschläge oder Bäder verwendet werden.

Als Hausmittel, auch zur Vorbeugung, eignet sich ein Absud. Lassen Sie die kleingeschnittene Pflanze im kalten Wasser über Nacht ziehen und am Morgen 20 Minuten leicht köcheln, damit die Kieselsäure aufgespaltet werden kann. Besonders für rheumatische Beschwerden der Gelenke kann ich diese Abkochung sehr empfehlen.

Genießen Sie die wunderbare Natur Gottes und entdecken Sie den Reichtum, der uns täglich geschenkt wird.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


Kommentare

Kommentar von Gerti Stangl |

Liebe Frau Kronsteiner,
danke für die vielen Infos.
Ich habe letztes Jahr eine Ackerschachtelhalmbrühe angesetzt und in einen Kanister abgefüllt. Bin aber nicht zum ausgießen gekommen. Jetzt steht er noch da. Kann ich ihn noch verwenden? Und wenn ja, in welcher Verdünnung?
Vielen Dank im voraus.
Lieben Gruß
Gerti Stangl

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