Braunelle

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Donnerstag, 31. Juli 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Was ist die Summe aus 1 und 2?

Viele Bad Kreuzener Gäste fragen mich, welch hartnäckige blau blühende Pflanze im Rasen wuchert. Das ist die kleine Braunelle, eine fast vergessene Heilpflanze, die derzeit fast überall auf unseren Wiesen zu finden ist. Immer wieder beginnt sie zu blühen, auch wenn der Rasenmäher noch so oft über sie hinwegrattert. Daher ist der englische Name „Selfheal“ recht treffend. Geschützt durch ihre kleinen Blätter, kämpft sich die Braunelle immer wieder tapfer empor und bringt ihre wundervollen, violetten Blüten hervor.

Was möchte uns diese Pflanze mit ihrer Kraft und ihrer Ausdauer vermitteln? Paracelsus, der Meister der Signaturlehre, schreibt in seinen Büchern, dass man vom Äußeren der Pflanze auf das Innere der Pflanze, ihre Heilkraft, schließen kann. Die Natur, kann uns helfen, aus unserem Inneren heraus heil zu werden. Denn ein wahres Heilwerden kann nur sein, wenn Körper und Seele im Einklang sind.
Die Braunelle scheint unverwüstlich zu sein. Sie hilft uns, uns selbst so annehmen zu können, wie wir sind. Sie löst Selbstzweifel auf und stärkt die Motivation, zu uns selbst zu stehen.

So wie das unverwüstliche Gänseblümchen, kann auch die Braunelle als Heilmittel gegen Verletzungen eingesetzt werden. Früher war sie ein wichtiges Mittel gegen Diphtherie.
Die Braunelle wächst auf Wiesen, Waldlichtungen, Rasen, Moorwiesen und an Ufern und kann bis zu 30 cm hoch werden. Sie liebt stickstoffhaltigen und feuchten Lehmboden und blüht von Mai bis Oktober. Die länglichen, eiförmigen Blätter wachsen gekreuzt gegenständig direkt am Stängel. Sie schmeckt bitter-herb aromatisch und passt in Salate, Soßen, Kräuterbutter oder Eintöpfe. Ich empfehle aber, die Braunelle in der Küche sparsam zu verwenden, damit der bittere Geschmack nicht zu intensiv wird.

Diese Heilpflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und wird auch Wundwurz, Gottheil, Brunelle, Halskraut oder Herz der Erde genannt. Manchmal wird sie auch mit dem kriechenden Günsel verwechselt, der ebenso rosa-blau blüht. Als Heilpflanze hat sich die kleinwüchsige, purpurrot-blau blühende Art der Braunelle durchgesetzt. Sie wirkt antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, wundheilend und blutstillend. Studien beweisen ihre Wirksamkeit bei Viren, auch bei Herpesviren. Ich verwende die Braunelle als wirklich hilfreiche Herpescreme. Ein Geheimtipp ist der Lippenbalsam, der gegen Fieberblasen wirkt und schon gute Dienste geleistet hat.

Bei sommerlichen Halsbeschwerden leistet die Braunelle als Tee zum Gurgeln oder als leichter Teeaufguss zum schluckweisen Trinken gute Dienste. Gerne bereite ich mir auch Blütenwasser zu oder nehme die Blütenessenz der Braunelle ein, wenn ich einen inneren oder äußeren Heilungsweg unterstützen möchte.

TIPP: Für den heilsamen Lippenbalsam zerkleinerte blühende Braunellen mit einem guten Trägeröl (Olivenöl oder Sonnenblumenöl) in ein Glas geben, so dass alle Pflanzenteile bedeckt sind. Etwa vier Wochen auf das Fensterbrett stellen, täglich schütteln. Danach die Pflanzenteile abseihen, das Öl erwärmen und Bienenwachs dazugeben (10g Bienenwachs auf 50ml Öl). Sobald sich das Bienenwachs aufgelöst hat, ev. ätherisches Öl von Zitronenmelisse (wirkt auch antibakteriell) hinzugeben, dieses in die Lippenstifthülse oder in eine andere kleine Salbendose abfüllen. Regelmäßig aufgetragen, kann dieser Lippenbalsam auch dazu verhelfen, dass die ungeliebten Fieberblasen überhaupt seltener auftreten. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren und beste Heilung mit den wunderbaren Gaben der Natur.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


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