Beifuss

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Monika Kronsteiner

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Freitag, 09. August 2013

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Beifuss

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Zu Maria Himmelfahrt beginnt eine der wichtigsten Sammelzeiten für Heilpflanzen, die Mitte September wieder endet. Diese dreißig Tage – auch Frauendreißiger genannt - leiten in den Herbst über und waren früher eine besinnliche Zeit. Viele Kräuter die in diesen Tagen gesammelt werden sind besondere Frauenheilpflanzen. Dazu gehört auch der einst so bekannte Beifuß, der heute schon fast in Vergessenheit geraten ist.

Diese unscheinbare Pflanze wurde als Mutter aller Pflanzen verehrt, denn sie galt schon in der Antike als kraftvolle Heilpflanze und hilfreiches Frauenmittel. Wir können heute kaum mehr nachvollziehen, welche Kräfte unsere Vorfahren im Beifuß erschaut haben, welche Schöpfungszusammenhänge sie wahrnahmen, wenn sie diese Pflanze als Geschenk der Göttin verehrten. Artemis die große Muttergöttin und Schutzherrin der Kräuterheilkundigen wurde um Hilfe bei Geburten angerufen. In diesem Zusammenhang finden wir den ersten Hinweis auf die Heilkräfte des Beifuß, Artemisia genannt. Hebammen, Kräuterfrauen und Ärzte haben diese Pflanze früher wohl oft gebraucht, um Menschen zu helfen und zu heilen. Hippokrates, Plinius, Galenus, Hildegard von Bingen - sie lobten den Beifuß als großes Frauenheilmittel. Wie bei vielen anderen Heilpflanzen ist dabei eine richtige Dosierung und Anwendung für den Erfolg der Behandlung ausschlaggebend. Beifuß kann bei Überdosierung unangenehme Nebenerscheinungen hervorrufen, auf Grund des im ätherischen Öl enthaltenen Cineol. Er soll auch nicht bei akuten fieberhaften Erkrankungen und bei Bluthochdruck verwendet werden und muss in der Schwangerschaft vermieden werden, denn die Pflanze kann Wehen hervorrufen. Schoßwurz wurde der Beifuss von Frauen genannt, denn sie banden ihn zur Geburt um den Schoß, um die Wehentätigkeit anzuregen. Da er entkrampfend auf die weiblichen Unterleibsorgane wirkt, hilft das Kraut auch bei schmerzhaften Regeln.

Er wird als Teekur innerlich und äußerlich als Fuß- oder Sitzbad verwendet. Der Beifuß wird als Pflanze mit besonders viel Wärmekraft beschrieben, es heißt seine Qualität ist warm und trocken, er hat die Kraft zu erwärmen.

An Maria Himmelfahrt gibt es einige wertvolle Bräuche mit dem Beifuß. Vor allem im Kräuterbüscherl darf diese Heilpflanze nicht fehlen. Man kann jede Pflanze in das Kräuterbüscherl binden, dennoch gibt es wertvolle und wichtige Pflanzen, die dabei sein müssen, wie Frauenmantel, Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Wegwarte, Königskerze, Baldrian, Arnika, Pfefferminze, Liebstöckl, Thymian, Raute und Tausendguldenkraut. Die Buschen sollen eine magische Anzahl an Kräutern besitzen, mindestens sieben, aber auch neun, zwölf, 15 oder 19 sind möglich. In der Mitte des Kräuterbüscherls befindet sich immer die Königskerze.

Menschen, die noch stark in Verbindung mit der Natur leben, wissen, dass der Beifuß eine ganz besondere Kraftpflanze ist und sich überall wo er wächst besondere Kraftplätze befinden. Im Volksmund wird er auch Mugwurz, Machtwurz, Sonnwendgürtel oder Thorwurz genannt. Der Beifuß ist ein Begleiter für Wanderer. Er wächst gerne an Wegrändern und bietet seine Hilfe den vom vielen Gehen müde gewordenen Füßen an. In den Schuh gelegt oder an das Bein gebunden macht er den müden Wanderer wieder frisch. Weiters findet man den Beifuß in Abhängen, Böschungen, Kiesgruben und Bahndämmen. Er wirkt so luftig und leicht, wird bis zu 1,5 Meter hoch und hat viele Seitenäste, die sich oft verzweigen. Seine Blätter sind auf der Oberseite mattgrün, unterseits mit einem weißlichen Filz überzogen. Erst spät im August und September erscheinen die unscheinbaren Blüten in Rispen am oberen Ende der Äste. Die graufilzigen Blütenköpfchen tragen, kleine gelbe oder rotbraune und sehr unscheinbare Blüten. Diese enthalten keinen Honig und werden vom Wind bestäubt. Von Juli bis September ist die richtige Zeit, diesen „kleinen Bruder zum Wermut“ zu sammeln.

Beifuß, eine der ältesten Ritualpflanzen, ist ein Meisterkraut, das bei vielen Räuchermischungen verwendet wird. Ihm werden Reinigung, Schutz, Heilung, Stärkung und Segen zugeschrieben.

Besuchen Sie uns im 1. Zentrum der Traditionellen Europäischen Medizin, wo die Heilpflanzen einen besonderen Stellenplatz einnehmen und das Ursprüngliche Ihnen wieder näher gebracht wird.

Kräuterpädagogin Monika Kronsteiner
Kneipp Traditionshaus Bad Kreuzen der Marienschwestern vom Karmel
1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)


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