Alant

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Donnerstag, 09. Oktober 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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So leitet sich auch sein botanischer Name Inula helenium vom griechischen Wort „helios“ (Sonne) ab, denn goldgelb wie die Sonne sind die Blüten, die von Juni bis September blühen. Der Sage nach ist die Pflanze eng mit der schönen Helena verbunden, aus deren Tränen sie entsprungen sein soll.Darum wird der Alant auch heute noch im Volksmund Helenenkraut genannt. Vielleicht kennen Sie ihn aber auch unter dem Namen Altwurz, Brustalant, Darmwurz, Weihrauchwurz, Edelharzwurz, Gottesauge oder Heilwurz. 

In so manchen Bauerngärten wird Alant auch heute noch sehr geschätzt. Seit jeher galt er als wichtige Heil- und Gewürzpflanze, aber auch als Zauberkraut. In früheren Zeiten haben die Heilkräfte der Alantwurzel viele Menschen gesund über den Winter gebracht, sei es als Tee, Tinktur, Salbe, Wein, Kräuterlikör oder Räuchermittel. Alant muss sehr mild zubereitet werden, da er sonst zu bitter ist und zu Übelkeit führen kann.

Die Wurzel des Alant ist vor allem bei Bronchitis und Husten eine große Hilfe. Ihre sekretlösenden ätherischen Öle wirken schleimlösend und befreien die Atemwege. Die Wurzeln von zwei- bis dreijährigen Pflanzen werden vor allem im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr geerntet, in Scheiben oder der Länge nach geschnitten und anschließend getrocknet. Alantwurzeln riechen getrocknet nach Weihrauch mit kampferartigem Beigeschmack. Die Kombination mit anderen Kräutern wie Spitzwegerich, Thymian, Lungenkraut oder Süßholzwurzel ergibt eine optimale Hustenteemischung. Das Abhusten des Schleims wird erleichtert und der Hustenreiz gedämpft, auch Verkrampfungen beim Husten werden gemildert. Alant erweitert und entspannt die Bronchien und lässt gut durchatmen. Außerdem wirkt er entzündungshemmend und antibakteriell, was bei der Ausheilung des Hustens oder der Bronchitis hilft. Diese Wirkungen machen den Alant auch zu einem guten Wundheilmittel. Weiters hat er ausgeprägte Wirkungen auf die Verdauung und den Stoffwechsel, sodass er sich auch gut als Heilpflanze für die verschiedenen Arten von Verdauungserkrankungen eignet. In der Küche kann die Alantwurzel als verdauungsförderndes Gewürz beigemengt oder auch für die Herstellung von Kräuterlikören verwendet werden. Die kandierte Wurzel kann genascht, oder zum Süßen von Süßspeisen genützt werden. Schon die Römer bereiteten aus der Alantwurzel gerne „Hustenzuckerl“ zu, um den bitteren Geschmack der Wurzel zu überdecken.  Das Kauen der Alantwurzel empfiehlt heute die Volksheilkunde, besonders vor den Mahlzeiten, um den Appetit anzuregen, den Geschmackssinn zu verfeinern und die Stimmung zu verbessern. Hildegard von Bingen empfahl besonders den Alantwein, der sehr hilfreich bei Lungenleiden ist.

Alant gehört aber auch zu den Zauberkräutern. In einem alten englischen Segensspruch aus dem 11. Jahrhundert galt er als ideales Mittel, um einen Hexenschuss zu vertreiben. In der dunklen Jahreszeit ist eine Räucherung mit Alant -  diese gilt als besondere Schutzräucherung - besonders wohltuend. Die Wurzel bringt mit ihrer sonnengespeicherten Kraft Licht in die dunklen Zeiten, sie harmonisiert und entspannt bei Traurigkeit und Melancholie. Als Schutz für Mensch und Tier in den Raunächten war Alant eine der wichtigen Räucherpflanzen, die für Haus und Hof verwendet wurden.

Genießen sie die Kraft der Wurzeln, die Mutter Erde besonders jetzt im Herbst für uns zur Verfügung stellt.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM) Bad Kreuzen

 


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