Ackerstiefmütterchen

Verfasser

Monika Kronsteiner

Beitrag vom

Freitag, 06. Juni 2014

Veröffentlicht in

Kräuterkolumne

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Seinen Namen verdankt das Stiefmütterchen einer botanischen Besonderheit. Fünf grüne Kelchblätter tragen die fünf bunten Blütenblätter. Das unterste, breite und stark gefärbte, Blütenblatt sitzt auf zwei Kelchblättern – dies ist das Stiefmütterchen. Rechts und links davon sitzen, ebenfalls bunt gekleidet, ihre zwei Töchter auf je einem Kelchblatt. Die beiden oberen, meist violetten, Blütenblätter sind die Stieftöchter, die sich bescheiden ein Kelchblatt teilen.

Das Ackerstiefmütterchen wird auch noch Ackerveilchen, Wildes Stiefmütterchen oder Dreifaltigkeitskraut genannt. Es liebt leicht saure Böden und wächst am Ackerrand, in Äckern sowie Bachfeldern. Das Ackerstiefmütterchen hat gelblich – weiße Blüten und das Wilde Stiefmütterchen blüht violett. Die Blühzeit erstreckt sich von April bis Oktober.

In den Legenden und Mythen, steht das Stiefmütterchen in enger Verbindung mit Herzensangelegenheiten und einer herzlichen Liebe zu den Kindern. Es ist eine der wichtigsten Kinderheilpflanzen und wird bei Hautproblemen und Husten eingesetzt. Paracelsus meinte, dass dreifärbige Blüten dreierlei Tugenden in sich bergen können: Merkur, der etwas schleimige Geschmack des Mondprinzips, und das liebliche Wesen, die Venuskraft. Alle drei Prinzipien deuten an, dass das Stiefmütterchen eine Hautpflanze ist. Sie hilft bei empfindlicher Babyhaut und jugendlicher Akne bis hin zu chronischen Hauterkrankungen im Alter. Die wertvollen Inhaltsstoffe unterstützen uns bei Milchschorf bis hin zu Ekzemen. Die Merkurkraft hilft vor allem bei nervlich begründeten Hauterkrankungen, wenn jede innerliche Belastung, jeder Stress über die Haut abreagiert wird.

Durch die Herstellung von Hydrolaten wurde ich auf das wunderbare Ackerstiefmütterchen aufmerksam. Der wunderbare Duft, der durch das Hydrolat entstanden ist, und die angenehme Wirkung auf die Haut begeistern mich immer wieder aufs Neue. Früher hatte das Ackerstiefmütterchen angeblich einen so angenehmen Duft, dass die Leute das Korn niedertraten, um es pflücken zu können. Leider hat sich der Duft inzwischen verflüchtigt. Doch beim Hydrolat kommt dieser wunderbare Duft des Ackerstiefmütterchens ganz deutlich durch.

Äußerlich wird die Abkochung in Form von Umschlägen, Teilbädern, Badezusätzen, Gesichtswasser, Salben und Kosmetischen Produkte verwendet. Es ist ein tolles Tonikum, das schnell zubereitet werden kann, indem Ackerstiefmütterchen in Korn oder Essig angesetzt werden. 1/3 des Glases mit Stiefmütterchen füllen, Korn oder Essig beifügen, zudecken und 6 Wochen bei Zimmertemperatur stehen lassen. Anschließend abfiltern, ev. mit etwas destilliertem Wasser verdünnen und in Sprühflaschen geben - fertig ist das wunderbare Gesichtstonikum. Auch die innere Reinigung mit Stiefmütterchen als Tee oder Elixier, kann einiges bewirken.

Ich darf Sie wieder einladen, aufmerksam in die Natur zu gehen, und diese wunderbare Pflanze zu suchen und daran zu erfreuen. Ich biete demnächst auch einen Naturkosmetikkurs an, wo das Ackerstiefmütterchen einen wertvollen Beitrag leistet.

Monika Kronsteiner, Kräuterpädagogin
im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Bad Kreuzen


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